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Hansa Rostock peilt Wiederaufstieg an | 2005-05-15


Rostock - Es war ein Abschied mit Wehmut, aber ohne viele Tränen. Trotz des bitteren Abstiegs in die 2. Liga feierten die Fans des FC Hansa Rostock ihren Club nach dem letzten Heimspiel in der Fußball-Bundesliga so, als hätten sie das Wunder Klassenverbleib doch noch wahr gemacht.

Ich bin nun schon 35 Jahre im Geschäft, aber was heute im Stadion passiert ist, habe ich noch nie erlebt. Das hat mich sehr bewegt und macht den Abstieg noch schwerer, konstatierte Hansas Coach Jörg Berger nach dem 1:1 (1:1) gegen Arminia Bielefeld angesichts der Treuebekundungen der Hansa-Fans fassungslos.

Nach zehn Jahren ununterbrochener Erstliga-Zugehörigkeit verschwindet mit Hansa der letzte ostdeutsche Verein aus der Beletage. Bundesliga war für uns so was wie eine Droge. Aber wir mussten schon immer 100 Prozent oder mehr geben, um zu bestehen und diesmal war es zu wenig, bekannte Hansas stellvertretender Vorstandsvorsitzender Rainer Jarohs. Für Berger war die mittelmäßige Partie, in der vor 21 000 Zuschauern Marco Küntzel (21.) für die Gäste und Thomas Rasmussen (27.) mit einem verwandeltem Foulelfmeter für die Hausherren trafen, ein Spiegelbild der Saison: Wir machen aus unseren Chancen zu wenig. Und das hat uns das Genick gebrochen.

Für die kommende Saison gibt es in Rostock nur ein Ziel. Wir wollen sofort wieder aufsteigen, machte Vorstandschef Manfred Wimmer unmissverständlich klar. Das Gerüst für die Mannschaft steht, 13 Spieler haben Zweitliga-Verträge, die laut Wimmer auch zu erfüllen sind. Es wird keinen Ausverkauf geben. Wir sind nicht gezwungen, zu verkaufen, sagte der 50-Jährige und erteilte vertraglich gebundenen, aber abwanderungswilligen Spielern eine Abfuhr. Vielmehr erwartet Wimmer Wiedergutmachung: Die Spieler, die uns in diese Situation gebracht haben, sollen uns da auch wieder raus holen.

Berger will nun so schnell wie möglich eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen, bis Ende Mai sollen die Personalplanungen abgeschlossen sein. Auf wen der 60-Jährige dabei setzen kann, ist allerdings noch unklar. Der Abgang der ablösefreien Marcus Allbäck, Uwe Möhrle, Marcus Lantz, Joakim Persson und Gabriel Melkam ist so gut wie sicher; Thomas Meggle heuerte schon beim Regionalligisten FC St. Pauli an. Thomas Rasmussen flirtet mit dem 1. FC Nürnberg, Kapitän Mathias Schober kann für eine Ablösesumme von 400 000 Euro gehen. Ob Jari Litmanen und Michael Hartmann, die nur Kontrakte für die 1. Liga besitzen, gehalten werden können, scheint fraglich.

Zudem ist der Wiederaufstieg keine Selbstverständlichkeit. Jeder, der glaubt, nur weil wir zehn Jahre oben waren, marschieren wir Ruck Zuck durch, ist schief gewickelt, warnte Jarohs. Auch dem Zweitliga erprobten Berger ist klar, dass es heftig zur Sache gehen wird. Nur spielerisch kann man da nicht bestehen. Das wird ein hartes Stück Arbeit, weiß der Fachmann um die Schwere des Unterfangens.

Unterdessen war der Punktgewinn der Arminia, die in Rostock noch nie gewinnen konnte, nur eine Randnotiz. Beim Aufsteiger, der den Ausverkauf schon hinter sich hat, musste Frank Geideck eingestehen, glücklich einen Punkt gewonnen zu haben. Die Art und Weise unseres Spiels war nicht das, was ich mir vorgestellt habe, sagte Geideck, der den wegen seines Wechsels zum Aufsteiger 1. FC Köln beurlaubten Trainer Uwe Rapolder auf der Bank ersetzte.


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