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FC Barcelona spanischer Meister | 2005-05-15


Madrid - Der FC Barcelona hat seine Durststrecke von 6 erfolglosen Jahren überwunden und sich zwei Runden vor Saisonschluss die spanische Meisterschaft gesichert. Den Katalanen reichte ein 1:1 beim Aufsteiger UD Levante zum 17. Titel in der 106-jährigen Vereinsgeschichte.

Der Erzrivale Real Madrid scheiterte mit seiner grandiosen Aufholjagd. Die Königlichen kamen nach einer Serie von sieben Siegen beim FC Sevilla nur zu einem 2:2. Die Galaktischen um Ronaldo, Beckham & Co. bleiben damit wie im Vorjahr ohne Titel. Bei dem Starensemble dürfte nun ein Neuaufbau anstehen.

Vieles deutet darauf hin, dass der Portugiese Luis Figo, den Florentino Pérez nach seiner Wahl zum Real-Präsidenten vor fünf Jahren als ersten Superstar verpflichtet hatte, auch der erste Top- Akteur sein wird, der den Club wieder verlässt. Real (76 Punkte) steht als Vizemeister fest. Den Sechs-Punkte-Rückstand zu Barça (82) können die Madrilenen in den letzten beiden Spielen nicht mehr wettmachen, da Barca den direkten Vergleich (3:0/2:4) gewonnen hat.

In der katalanischen Metropole strömten nach dem Titelgewinn der Blau-Roten Zehntausende von Fans im Zentrum der Stadt zusammen und feierten bis zum Morgengrauen. Nach dem Abpfiff der Partie bei Levante meldete sich Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero als erster Gratulant bei Clubchef Joan Laporta. Auf Grund des Kampfgeistes und der spielerischen Brillanz ist der Titelgewinn verdient, meinte fachkundig der Regierungschef, der selbst ein eingefleischter Barça-Fan ist.

Bei dem um den Klassenverbleib kämpfenden Aufsteiger hatte das Team von Trainer Frank Rijkaard allerdings bange Momente zu überstehen. Alberto Rivera (34. Minute) brachte den Außenseiter in Führung, die Barça-Cracks Ronaldinho und Deco verloren die Nerven und standen nach rüden Attacken am Rande eines Platzverweises. Mit dem Ausgleich durch den Kameruner Samuel Etoo (59.) war die Partie dann gelaufen. Die Katalanen gaben sich, weil sie den Ausgang des Spiels von Real kannten, mit dem Remis zufrieden und schoben den Ball minutenlang hin und her. Die Levante-Kicker schauten tatenlos zu, denn sie betrachteten die Punkteteilung ebenfalls als einen Erfolg.

In Spanien zweifelt indessen niemand daran, dass der FC Barcelona ein verdienter Meister ist. Das Team hat die ganze Saison den besseren Fußball gespielt und mit Ronaldinho das glücklichste Gesicht der Liga in seinen Reihen gehabt, meinte das in Madrid erscheinende Sportblatt As anerkennend. Barça verfügt über den besten Angriff und die beste Abwehr in der Primera División. Mit 82 Punkten in 36 Spielen kommen die Katalanen zudem auf eine Erfolgsquote, die in den großen Ligen in Europa nur vom FC Chelsea London übertroffen wird.


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