Rostock - Nach seinem 90-minütigen Einsatz benötigte Markus Merk den Sicherheitsdienst, um sicher in die Katakomben des Rostocker Ostseestadions zu gelangen.
Wütend bestürmten Spieler des SC Freiburg den als einen der weltbesten Schiedsrichter geltenden Zahnarzt aus Kaiserslautern und machten nach dem 0:0 bei Hansa Rostock ihrem Unmut Luft. Grund des Anstoßes: Merk hatte in der 70. Minute einen Treffer von Neuzugang Samuel Koejoe erst anerkannt, dann aber wegen Foulspiels an Hansas Keeper Mathias Schober wieder annulliert.
Doch trotz des ganzen Gezeters blieb der Referee wie immer gelassen. Die Entscheidung war korrekt. Kein vernünftiger Freiburger wird sagen können, dass sie um den Sieg betrogen wurden, machte Merk unmissverständlich klar.
Freiburgs Trainer Volker Finke, dessen Mannschaft trotz offensiver Ausrichtung mit drei Stürmern erneut den zweiten Auswärtssieg und damit die erhoffte Trendwende im Abstiegskampf verpasste, war da ganz anderer Ansicht. Die Tatsachenentscheidung war eindeutig. Herr Merk hat zwei Mal das Tor gegeben und erst nach einer Diskussionsrunde mit seinem Assistenten diese geändert, monierte der 56-Jährige. Ich weiß ehrlich nicht, was der Linienrichter aus dieser Entfernung Neues gesehen haben will.
Doch nach Auswertung der Fernsehbilder sollte Merk Recht behalten, gab aber zu, dass es mehr als schwierig zu entscheiden war. Koejoe schoss innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde gleich drei Mal auf das Tor der Rostocker und wähnte wie der Rest seines Teams den Ball hinter der Linie. Merk zeigte auf den Anstoßpunkt, doch dann kamen ihm Zweifel. Ich habe meinen Linienrichter Tobias Welz dann gefragt, ob der Ball beim zweiten Versuch im Tor war. Das hat er verneint, erklärte Merk und ergänzte: Beim Nachsetzen von Koejoe hatte Schober beide Hände am Ball, den Torhüter dann zu bedrängen, ist jedoch eine klare Regelwidrigkeit und deshalb kein reguläres Tor.
Koejoe, der vermeintliche Held des Tages, schlug nach dem niveauarmen und von viel Kampf und Krampf geprägten Kellerduell vor 22 500 Zuschauern versöhnliche Töne an. Ich hätte den Ball einfach besser kontrollieren müssen, dann gäbe es jetzt nicht diese Diskussionen, meinte der Niederländer, blickt aber trotz des letzten Tabellenplatzes optimistisch nach vorne: Hoffentlich haben wir bald das Glück wieder auf unserer Seite. Und auch der enttäuschte Finke wird angesichts von bereits acht Zählern Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz der Durchhalteparolen nicht müde. Trotzdem war es ein positiver Auftritt und wir werden auch wieder gewinnen.
Rostocks Coach Jörg Berger, dem auch im fünften Anlauf der erste Heimsieg versagt blieb, haderte vor allem mit der Durchschlagskraft seiner Mannen: Beim Abschluss fehlt uns ganz einfach die Klasse. Rostock wollte, konnte aber auf Grund fehlender spielerischer Mittel genauso wenig wie die Breisgauer den Sieg einfahren. Trotzdem kann ich es nicht mehr hören, wenn ständig gesagt wird: Das wars mit dem Klassenverbleib. Das wars noch nicht, meinte der 60-Jährige.
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