Haftstrafen für italienische Randalierer | 2005-04-28
Mailand - Ein Mailänder Gericht hat einen der Randalierer vom Skandal-Derby zwischen AC und Inter Mailand zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem erhielt der 21-Jährige ein Stadionverbot für zwei Jahre.
Der Mann hatte beim Viertelfinal-Rückspiel der Champions League Feuerwerkskörper auf den Rasen geworfen. Schiedsrichter Markus Merk hatte die Partie daraufhin in der zweiten Halbzeit beim Stand von 1:0 für Milan abgebrochen. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) wertete die Partie mit 0:3 gegen Inter und verurteilte den Club zu sechs Europacup-Heimspielen ohne Publikum, von denen die letzten beiden zur Bewährung ausgesetzt wurden.
Einsichtiger als der verurteilte Inter-Fan zeigte sich ein Juve-Anhänger. Der nach der Randale vor dem Champions League-Spiel zwischen Turin und dem FC Liverpool festgenommene Mann bot dem Richter einen Vergleich an: Er wolle einem behinderten Fußballfan, dessen Auto bei den Ausschreitungen abgebrannt sei, ein neues Auto kaufen. Im Gegenzug solle es das Gericht bei einer Haftstrafe von acht Monaten auf Bewährung belassen. Der Staatsanwalt signalisierte nach Angaben der La Gazzetta dello Sport Zustimmung, zumal der Randalierer nicht persönlich für die Zerstörung des Autos verantwortlich zu machen sei.