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Über 28 Millionen Euro für Spielerberater | 2005-04-28


Hamburg - Über 28 Millionen Euro haben die deutschen Profi-Fußballclubs in der vergangenen Saison für Spielervermittler ausgegeben und damit die Deutsche Fußball-Liga (DFL) auf den Plan gerufen.

Wir werden über diese Entwicklung diskutieren, kündigte Holger Hieronymus, der Geschäftsführer Spielbetrieb der DFL, an. Schon im Mai könnten erste Konsequenzen gezogen werden. Wir werden uns mit dem Thema aber erst einmal intern beschäftigen, ehe wir über Lösungen in der Öffentlichkeit diskutieren, sagte Hieronymus der dpa.

Genau 24,845 Million haben die 18 Vereine der Fußball-Bundesliga in der Saison 2003/04 für Spielerberater ausgegeben. In der 2. Liga wurden 3,235 Millionen Euro für die Dienste der Vermittler bezahlt. Da auch im Ausland eine ähnliche Entwicklung zu beobachten ist, hat die UEFA bereits eine Kommission gebildet. Anfang Mai treffen sich Funktionäre in Nyon und könnten da schon Nägel mit Köpfen machen. Hieronymus vertritt bei der Sitzung die DFL.

Auf der DFL-Mitgliederversammlung in Köln hatte die Fußball-Liga die Zahlen in ihrem Bericht Die wirtschaftliche Situation im Lizenzfußball präsentiert. Mit dieser Veröffentlichung wollten wir nicht auf die Spielerberater losgehen, sondern die Vereine lediglich informieren und für das Thema sensibilisieren, sagte Hieronymus. Von einem Angriff auf die Branche der Vermittler wollte der ehemalige Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV nichts wissen. Wir wollen die Spielerberater nicht in ein falsches Licht rücken, sagte der dreifache Nationalspieler.

35,755 Millionen Euro netto haben die 36 deutschen Profivereine in der Saison 2003/2004 an Ablösesummen ausgegeben. Insgesamt sind somit in der vergangenen Saison für Netto-Transferzahlungen und Honorare an Berater knapp 65 Millionen Euro aus dem Lizenzfußball abgeflossen. Der deutsche Lizenzfußball entpuppt sich hier als Nettoimporteur von Spieltalent, allerdings auch als lukrativer Adressatenkreis für Spielervermittler, stellte DFL-Finanzgeschäftsführer Christian Müller fest.

Die DFL schlägt Alarm: Vor dem Hintergrund der mit Ablösezahlungen bezweckten Kompensation der schützenswerten Investitionen in die Ausbildung des Spielernachwuchses ist dies eine Besorgnis erregende, nicht hinnehmbare Entwicklung, heißt es in der Broschüre.


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