Düsseldorf - Kurz vor dem Ende des Confederations Cups rückt die Fußball-Bundesliga immer stärker in den Blickpunkt. Gleich drei Eliteclubs nahmen die Vorbereitungen für die neue Spielzeit auf.
Zum Trainingsauftakt von Bayer Leverkusen fehlten nicht nur Trainer Klaus Augenthaler und zahlreiche Stammspieler, es gab auch einen tiefen Einblick in die Finanzlage des Clubs. So hat der Chemie- und Pharmakonzern Bayer AG seine Fußball-Tochter in den vergangenen vier Jahren mit rund 200 Millionen Euro unterstützt. In guten wie in schlechten Zeiten stehen wir zur Fußball GmbH. Und nach der Saison 2002/2003 war die Situation nicht einfach. Da haben wir Hilfestellung in einem gewissen Umfang gegeben, sagte der Bayer- Sportbeauftragte Meinolf Sprink zu einem entsprechenden Bericht im Kölner Express.
Die Finanzkrise von Borussia Dortmund ist zwar noch nicht überwunden, sie beherrscht zurzeit aber nicht mehr die Schlagzeilen. Nichtsdestotrotz muss der BVB neue Wege einschlagen. Anders als in den Vorjahren üben sich die Westfalen nun in Bescheidenheit. Statt auf namhafte und teure Neuzugänge setzt der BVB wieder auf den Nachwuchs. Die Mannschaft wird immer jünger und braucht noch ein bisschen Stabilität. Wir dürfen nicht ungeduldig werden. Zwischen Platz 5 und 12 ist alles möglich, sagte Trainer Bert van Marwijk nach der ersten Übungseinheit.
Für Wechsel-Spekulationen sorgte das Fehlen der Brasilianer Dede und Ewerthon. Angeblich verhinderte ein technischer Defekt des Flugzeugs in Sao Paulo eine pünktliche Anreise. Doch zumindest im Fall Ewerthon scheint ein Transfer nicht ausgeschlossen. Wir werden die Angebote für ihn in den nächsten Tagen abarbeiten, sagte Sportmanager Michael Zorc. An einen Verkauf von Dede ist laut Clubführung derzeit nicht gedacht. Sollten Dede und Ewerthon bleiben, geht der BVB mit 25 Spielern in die Saison.
Einen Akteur weniger hat Bayer im Kader. Doch nur ein Dutzend Spieler stand beim Beginn der Vorbereitung auf dem Rasen. Von den jetzigen Profis dürfte keiner mehr ein so üppiges Gehalt wie die Vorgänger beziehen. Längst ist der in Folge der Glanz-Saison 2001/2002 - mit dem Erreichen des Champions-League-Finals - bis auf 70,9 Millionen Euro gestiegene Etat für die Profi-Gehälter zusammen gestrichen worden.
Sportliche Erfolge sollen weiter zur Gesundung der Finanzen beitragen. Wir hoffen, dass wir wieder einen Platz in der Champions League erreichen, sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Im anstehenden UEFA-Cup wolle man den Einzug in das Viertelfinale und mehr schaffen. Von den Neuzugängen Athirson (Cruzeiro Belo Horizonte), Tranquillo Barnetta (Hannover 96), Josip Tadic (NK Osijek) und Simon Rolfes (Alemannia Aachen) war nur der Ex-Aachener beim Trainingsauftakt dabei.
Erheblich dezimiert startete auch Hannover 96 in die Vorbereitung. Gleich acht Profis aus dem neu formierten Kader von Trainer Ewald Lienen fehlten noch. Die Nationalspieler Per Mertesacker und Thomas Brdaric sind im Confederations-Cup-Einsatz und haben dann mindestens bis 12. Juli Urlaub. Der deutsche U-20-Auswahlstürmer Michael Delura und Albaniens Nationalspieler Altin Lala kommen am 4. Juli, der amerikanische Auswahlakteur Steve Cherundolo erst Ende des Monats. Auch Daniel Stendel, Thomas Christiansen und Jan Rosenthal waren wegen ihren Verletzungen noch nicht wieder dabei.
Dafür konnte Lienen den rund 600 Zuschauern die anderen Neuen präsentieren. Vahid Hashemian (Bayern München) soll den Angriff ankurbeln, Hanno Balitsch (Mainz 05) im defensiven Mittelfeld Julian de Guzman ersetzen. Mittelfeldspieler Chawdar Yankow (Slawia Sofia) ist zunächst als Investition für die Zukunft gedacht.
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