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Schalke kommt in Bielefeld wieder auf Kurs | 2005-05-08


Bielefeld - Rudi Assauer genoss sein kühles Blondes und fast völlig neue Gefühle: Erleichterung, Zufriedenheit, Zuversicht. Wir allein haben es jetzt in der Hand, stellte der Manager des FC Schalke 04 nach Wochen des Bangens um die Früchte einer tollen Saison fest.

Das 2:0 (1:0) bei Arminia Bielefeld versetzt die Fußball-Profis aus Gelsenkirchen in die Lage, die europäische Königsklasse aus eigener Kraft zu erreichen. Die Königsblauen müssen nur noch das brisante Revier-Derby gegen Dortmund und in Freiburg gewinnen, dann begleiten sie Meister und Pokal-Finalgegner Bayern München in die Champions League.

Jetzt haben wir zwei Endspiele, schwor Assauer das Team von Ralf Rangnick nach den Toren der Brasilianer Lincoln (9./Foulelfmeter) und Ailton (90.) auf den Schlussakkord der Bundesliga ein. Enorm wichtig sei dieser Sieg vor 26 601 Zuschauern in der ausverkauften Schüco Arena gewesen, hielt Rangnick nach dem ersten Dreier seit dem 4:1 am 27. Spieltag gegen Nürnberg fest. Es war doppelt wichtig, dass wir diese drei Punkte mitgenommen haben, sagte der Schwabe nach einem Blick auf die Resultate der Mitbewerber.

Auch für den zuletzt von Rangnick heftig kritisierten Freibad-Toni Ailton war der neunminütige Kurzauftritt wichtig wie selten eine Einwechslung zuvor. Ein Schuss. Ein Tor. Das ist Ailton, schwärmte der lange erfolglose Hobby-Reiter über seine Fähigkeit, die Kirsche zu machen, wie Assauer die finale Szene Ailtons umschrieb. 81 Minuten musste er auf der Bank schmoren, dann ließ Rangnick Milde walten und schickte den heftig Kritisierten aufs Feld. Der machte dem Zittern um den Erfolg ein Ende.

Es war ein bisschen eng, sagte Assauer nach vier, fünf exzellenten Ausgleichschancen der Bielefelder. 45 Minuten hatten die Schalker den Rekord-Aufsteiger im Griff, doch plötzlich gerieten sie ins Schwimmen. Rangnick: Wir hatten das nötige Glück und einen überragenden Christofer Heimeroth im Tor. Der Ersatz des verletzten Frank Rost hielt, was zu halten war. Von meinen fünf Spielen war es das beste. Da macht es Spaß, sich von den Fans feiern zu lassen, sagte der 23-Jährige, der seine bis 2006 vertraglich fixierte Notnagel-Rolle weiter ausüben will.

Heimeroth braucht die Geduld, die Rangnick mit Ailton offenbar hat. Vielleicht spiele ich gegen Dortmund, brachte sich der Brasilianer nach seinem 14. Saisontreffer für höhere Aufgaben selbst ins Gespräch. Sauer auf Rangnick sei er nicht gewesen, dass der ihn so lange sitzen ließ: Wir haben ja mit einem Mann mehr im Mittelfeld gespielt, begründete Toni die Rangnick-Maßnahme mit Taktik.

Taktik ist auch zwischen der Bielefelder Clubspitze und Uwe Rapolder im Spiel. Er muss sich erklären, das haben wir eingefordert, verlangt Arminia-Präsident Hans-Hermann Schwick bis Mitte kommender Woche das klärende Wort, ob Rapolder trotz des Weggangs von Leistungsträgern wie Patrick Owomoyela, Delron Buckley oder Ervin Skela zu seinem Vertrag (bis 2007) steht. Schwick: Wir wollen ihn unbedingt halten. Einstweilen begnügt sich der Coach mit aktuellen Analysen: Sehr enttäuscht sei er nach dem 0:2, weil wir jetzt Nürnberg und Mainz im Nacken haben. Wir wollen bester Aufsteiger bleiben, weil wir das auch sind.


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