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HSV-Chef Hoffmann: Wie in einer Bananenrepublik | 2005-01-23


Hamburg - Der Hamburger SV sieht durch die mutmaßliche Manipulation von Schiedsrichter Robert Hoyzer (Berlin) im Pokalspiel beim SC Paderborn (2:4) den gesamten Saisonverlauf des Fußball- Bundesligisten beeinträchtigt.

Kein Mensch weiß, wie die Saison verlaufen wäre, wenn wir das Pokalspiel regulär gewonnen hätten, sagte HSV-Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann. Er hätte nie gedacht, dass im deutschen Fußball Zustände wie in einer Bananenrepublik herrschen könnten.

Unser erstes Saisondrittel ist den Bach runtergegangen. Dass uns ein großer Schaden entstanden ist, ist keine Frage, meinte Hoffmann weiter. Der nach dem achten Bundesliga-Spiel entlassene Trainer Klaus Toppmöller meinte gar in der Bild am Sonntag: Der Schiedsrichter hat mich den Job gekostet. Wir waren gut drauf bis zur Pleite in Paderborn. Aber dann gings abwärts.

Ob ein möglicher Pokalsieg beim Regionalligisten am 21. August vergangenen Jahres und ein dadurch in der Folge selbstbewussterer und erfolgreicherer HSV Toppmöller den Trainerposten in Hamburg gerettet hätte, sieht Hoffmann als hypothetisch an. Aber ausschließen können wird das nicht.

Zumindest mussten die Hamburger durch die vorzeitige Trennung von Toppmöller und die Verpflichtung von Thomas Doll als Nachfolger zusätzliche finanzielle Mittel aufwenden. Hoffmann bezeichnete die Manipulationen, falls sie sich bestätigen sollten, als beispiellos in der deutschen Fußball-Geschichte.

Die Höhe einer möglichen finanziellen Entschädigung wollte der HSV-Chef allerdings nicht beziffern. Wir prüfen das derzeit juristisch intensiv. Inhaltliche Statements über Entschädigungen sind derzeit zu früh. Er hoffe auf neue Erkenntnisse nach der DFB- Präsidiumssitzung am 24. Januar.

Nach dem offenbar manipulierten Sieg über den HSV ist der SC Paderborn in der zweiten Runde des DFB-Pokals durch ein 2:1 gegen den MSV Duisburg ins Achtelfinale und dort durch ein 1:4 im Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg ausgeschieden. Die Freiburger haben im Viertelfinale am 2. März Rekordmeister Bayern München zu Gast. Diese Kette wird bei der Bemessung des möglichen Schadens beim HSV eine entscheidende Rolle spielen. Eine Wiederholung des Erstrunden-Pokalspiels schließt der DFB aus.


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