Frankfurt - Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Einspruch von Zweitliga-Absteiger FC Rot-Weiß Erfurt gegen den Punktabzug wegen der Doping-Affäre seines slowenischen Spielers Senad Tiganj zurückgewiesen.
Somit bleibt es bei der Entscheidung der ersten Instanz, dass die SpVgg. Unterhaching die drei Punkte aus dem am 6. April in Erfurt mit 0:2 verlorenen Punktspiel erhält und Tiganj für zehn Wochen bis zum 27. Juni gesperrt ist.
Wir akzeptieren als faire Sportler das Urteil und nehmen keine weiteren Rechtsmittel in Anspruch. Allerdings werden wir nun arbeitsrechtliche Schritte gegen Senad Tiganj prüfen. Das Urteil ist aber nicht der Todesstoß für unseren Verein. Wir werden uns jetzt darauf konzentrieren, die Lizenz für die Regionalliga zu erhalten, erklärte Erfurts Aufsichtsrats-Chef Rolf Rombach nach dem Urteil. Er sei zwar optimistisch nach Frankfurt gefahren, doch nach dem Verlauf der Verhandlung habe er mit diesem Ergebnis gerechnet, sagte der Rechtsanwalt.
Das Bundesgericht sah in dem Vergehen des Slowenen nicht den klassischen Dopingfall. Aber es ist einer. Und daraus folgt als zwingende Konsequenz, dass die Partie zu Gunsten des Kontrahenten gewertet werden muss, bemerkte Georg-Adolf Schnarr, der Vorsitzende des fünfköpfigen Bundesgerichts. Das Gremium machte Tiganj vor allem zum Vorwurf, dass er nach der unbeabsichtigten Einnahme des auf der Doping-Liste stehenden Präparats nicht den Arzt und den Verein informiert hatte.
Tiganj hatte erklärt, die verbotene Substanz Fenoterol inhaliert zu haben, als er seinem Sohn den Gebrauch eines Asthmasprays zeigte. Schnarr verwies darauf, dass Tiganj als erfahrener Spieler mit internationaler Erfahrung nach dem Gebrauch des Sprays hätte reagieren und die Verantwortlichen informieren müssen.
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