Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen hat im Endspurt die UEFA- Cup-Teilnahme erreicht und für die neue Saison große Ziele. Wenn man das Rechnen anfangen würde, wären wir Meister, sagte Bayer-Chefcoach Klaus Augenthaler nach dem 5:1-Schützenfest gegen Borussia Mönchengladbach.
Wenn man zurückblickt, tut es weh, fügte der Bayer Coach an. Denn nur zwei Punkte trennen den viermaligen deutschen Vizemeister vom Bundesliga-Dritten SV Werder Bremen und der Qualifikation für die Königsklasse. Deshalb fällt auch die Bilanz von Kapitän Carsten Ramelow ambivalent aus: Ich hoffe, wir haben daraus gelernt, wie wichtig jeder Punkt ist. Aber es hätte auch schief gehen können.
Der kleine Abstand zu Platz drei hat große finanzielle Auswirkungen. Für das Erreichen des diesjährigen Champions-League-Achtelfinales kassierten die Leverkusener rund 13 Millionen Euro, im UEFA-Pokal winkt für ein ähnliches Resultat nur ein Bruchteil davon. Daher soll in der kommenden Spielzeit mehr herausspringen. Wir werden einen Neuanfang machen. Ich habe das Gefühl, dass hier was zusammenwachsen kann, hofft Augenthaler, wie weit man mit Teamgeist und Esprit kommen kann, haben die Bremer im Meisterjahr gezeigt.
Auch Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser gibt für 2005/2006 eine ambitionierte Marschroute vor. In Deutschland Spitze, international konkurrenzfähig. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Leverkusen in diese Königsklasse gehört, schrieb er im BayArena-Magazin. Und: Ich habe immer gesagt, dass auch die Meisterschale bei den Erfolgs-Zielen sein darf.
Geplatzt ist Bayers Titel-Traum stets an der mangelnden Konstanz, die in dieser Spielzeit auch den Platz in der Champions League kostete - und die sich in der ersten Halbzeit gegen Gladbach noch einmal offenbarte. Es war mir nicht vergönnt, am letzten Spieltag in Ruhe auf der Bank zu sitzen, nörgelte Augenthaler, der Last-Minute-Entscheidungen allerdings gewohnt ist. Vor zwei Jahren sicherte Bayer am Final-Spieltag den Klassenverbleib, 2004 die Champions League. Am liebsten wäre mir deshalb, wenn wir in der nächsten Saison drei Spieltage vor Ende Meister wären.
Auch der Weg zum höchsten Saisonsieg wurde durch den 0:1-Schock durch den Ex-Leverkusener Oliver Neuville (2.) noch einmal erschwert. Erst kurz vor der Pause gelang Dimitar Berbatow (41.) der Ausgleich. Nach dem Wiederanpfiff machten dann der Bulgare (58./61.) mit zwei weiteren Treffern sowie Andrej Woronin (59.) und Franca (69.) binnen elf Minuten kurzen Prozess mit den Gladbachern. Es hat richtig Spaß gemacht, ich hätte gerne noch mehr Tore geschossen, freute sich Berbatow. Mit 20 Treffern avancierte er zum drittbesten Schützen der Liga und mit Woronin zum besten Sturmduo (35 Tore) der Eliteklasse.
Für Borussia Mönchengladbach komplettierte sich mit der 1:5-Demütigung das Debakel auf fremden Plätzen. Wie schon 1998/1999 beendete der Club vom Niederrhein die Saison ohne Auswärtssieg. Sich so zu verabschieden, ist schwach. Wenn wir in der nächsten Spielzeit mit einem Auswärtssieg starten, wäre mir das aber lieber, meinte Borussen-Trainer Horst Köppel, der bis 2007 Chefcoach bleiben soll. Nach vier Partien ohne Niederlage und Gegentor sowie der dadurch vorzeitig erreichten Rettung im Abstiegskampf war Manager Peter Pander aber gar nicht einmal so unglücklich über die Lektion in Leverkusen: Manchmal ist eine Niederlage in dieser Höhe nützlich, um einigen die Illusionen zu nehmen. Es gibt einen Berg von Arbeit.
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