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Beckenbauer gegen Oberschiedsrichter | 2005-02-25


Saarbrücken - In der Diskussion um technologische Neuerungen im Fußball hat sich Franz Beckenbauer klar gegen die Einführung eines Oberschiedsrichters ausgesprochen.

Ich halte von Änderungen nichts. Ich bin gegen einen Oberschiedsrichter, weil wir den Fußball als einfaches Spiel mit einfachen Regeln grundsätzlich so belassen sollten, mit allen Schwächen, sagte Beckenbauer auf einer Pressekonferenz in Saarbrücken. Der Fußball lebe auch von Fehlentscheidungen.

Im Fall von Änderungen akzeptiere er allenfalls die Einführung eines Chips im Ball, meinte Beckenbauer. Hätten wir den Chip damals gehabt, dann würde keiner mehr über Wembley reden, meinte Beckenbauer in Anspielung auf das umstrittene dritte Tor beim 2:4 gegen England im WM-Finale 1966. Kopfzerbrechen bereite ihm die Abseitsregelung: Da wird durcheinander gewunken. Man muss vor allem beim passiven Abseits Klarheit schaffen.

Sorgen macht sich der Präsident des WM-OK 2006 auch um die Doppel-Belastung der Spitzenfunktionäre Theo Zwanziger (DFB-Präsident/OK-Aufsichtsrat) und Horst R. Schmidt (OK-Vize/DFB-Generalsekretär). Beckenbauer: Wir haben bisher gut gearbeitet, aber es geht langsam an die Kräfte der Mitarbeiter. Die Arbeitsaufteilung ist sehr DFB- lastig. Das OK braucht jetzt die ganze Kraft. Beckenbauer bezeichnete die DFB-Doppelspitze mit Zwanziger und Gerhard Mayer- Vorfelder erneut als Fehlkonstruktion, mit der man aber zeitlich begrenzt leben müsse.

In Saarbrücken, wo der Präsident von Bayern München die Laudatio bei der Vergabe des vom Landessportverband Saarland verliehenen Hermann-Neuberger-Preises zur Förderung der Nachwuchsarbeit von Sportvereinen hielt, nahm Beckenbauer auch Stellung zur aktuellen Finanzlage in der Bundesliga. Gemünzt auf Schalke 04 und den eigenen Club, meinte er: Die haben sich ein Stadion hingestellt wie wir in München. Wir sind in der Verantwortung. Wer sagt uns denn, dass wir dauernd in der Champions League spielen? Das ist ein gefährlicher Grat, auf dem wir gehen.


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