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Woche der Wahrheit für Italien und Donadoni | 2007-09-06


München/Mailand - Das Münchner Duell fällt wahrscheinlich aus, doch der FC Bayern spielt beim europäischen Fußball-Gipfel in Mailand trotzdem noch mit. Denn Münchens Star Franck Ribéry soll Frankreich mit einem Sieg über WM-Champion Italien die Tür zur EM 2008 öffnen.

Dagegen droht den Azzurri bei einer erneuten Pleite gegen den Vize-Weltmeister aus Frankreich ein Jahr nach dem 1:3-Debakel in Paris der EM-K.o. - und Trainer Roberto Donadoni der Rauswurf. Französische Sticheleien über betrügerische Italiener verleihen der WM-Revanche zusätzliche Brisanz.

Auch dank des souveränen Erfolgs am 6. September vorigen Jahres kommen die Franzosen als Führende in der EM-Qualifikationsgruppe mit komfortablen 18 Punkten ins Meazza-Stadion, das mit mehr als 85 000 Zuschauern seit langem ausverkauft ist. Italien (16) ist gegen die Franzosen und vier Tage später in der Ukraine zum Siegen verpflichtet, um die Verfolger aus Schottland (15) und der Ukraine (12) auf Distanz zu halten und ein ähnliches Fiasko wie 1983 zu verhindern. Damals war der frischgebackene Weltmeister in der EM-Qualifikation kläglich gescheitert.

Vor der Woche der Wahrheit hat Italiens umstrittener Coach Donadoni einige Probleme. Im Angriff wird er gegen die Equipe Tricolore wohl auf Bayern-Star Luca Toni zu Gunsten eines Einsatzes in der Ukraine verzichten. Ich tue alles, um fit zu werden, aber allein der Trainer entscheidet, sagte Toni, der sich im Bundesliga-Spiel gegen Hannover am 25. August eine Zerrung im rechten Oberschenkel zugezogen und wegen dieser Verletzung schon beim Gastspiel der Bayern in Hamburg gefehlt hatte.

Als Toni-Vertreter ist Milan-Stürmer Filippo Inzaghi vorgesehen. In der Abwehr ist Donadoni nach dem Rücktritt von Alessandro Nesta und der Verletzung von Marco Materazzi derart in Not geraten, dass er in Christian Panucci vom AS Rom einen Verteidiger zurückholte, der zuletzt bei der EM 2004 für Italien gespielt hat. Donadonis Gegenspieler Raymond Domenech hat dagegen kaum Personalsorgen. Sogar der am Oberschenkel verletzte Kapitän Patrick Viera wird spielen - gegen den Willen seines Clubs Inter Mailand.

Viera & Co. werden im Meazza-Stadion angesichts einiger unbedachter Äußerungen aus dem französischen Lager kaum Freude haben. Nach Domenech, der sich in der Zeitung Le Parisien über angeblich bestochene Referees und manipulierte Spiele im italienischen Fußball geäußert hatte und deswegen für die Partie in Mailand auf die Tribüne verbannt wurde, legte Nationalspieler Lassana Diarra nach. Jeder weiß doch, dass die Italiener den Ruf haben, Betrüger und Provokateure zu sein, sagte er der Gazzetta dello Sport. Und: Als schwarzer Spieler bekommt man in Italien oft Beleidigungen zu hören, und zwar nicht nur von den Fans, sondern auch von den Spielern.


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