Berlin - Die Berliner Staatsanwaltschaft und die Polizei intensivieren ihre Aktivitäten zur Aufklärung des Wett- und Schiedsrichterskandals im deutschen Fußball.
Ab sofort ermitteln vier Staatsanwälte in dem Fall, sagte Michael Grunwald, Sprecher der Staatsanwaltschaft, der dpa. Zudem wird beim Landeskriminalamt eine Sonderkommission eingerichtet.
Generalstaatsanwalt Hansjürgen Karge berichtete in der Berliner Zeitung, dass Mitarbeiter aus anderen Verfahren abgezogen wurden. Die Ermittlungsgruppe bei der Staatsanwaltschaft umfasst jetzt zwei Staatsanwälte aus dem Bereich organisierte Kriminalität sowie zwei andere aus dem Bereich Wirtschaftskriminalität. Sie sind Spezialisten für Geldflüsse und Geldabschöpfungen, sagte Grunwald.
Die Staatsanwälte und die Sonderkommission der Polizei würden Hand in Hand an einer schnellen Aufklärung arbeiten, betonte Grunwald. Ein Indiz auf bisher nicht bekannte zusätzliche Manipulations-Fälle aber seien die neuen Maßnahmen laut Karge nicht: Wir brauchen die Sonderkommission der Polizei, um schnell zu fundierten, abschließenden Erkenntnissen zu kommen.
Ob es bei der Betrugsaffäre einen mafiosen Hintergrund gibt, ist nach derzeitigem Ermittlungsstand noch unklar. Der Begriff Mafia wurde nicht von der Staatsanwaltschaft, sondern von den Medien ins Spiel gebracht, sagte Karge.
Die Ermittlungen seien ganz am Anfang, ob es organisierte Strukturen gibt, wird man erst am Ende wissen, ergänzte Grunwald, der die Polizei lobte, die knapp 300 Beamten bei den Durchsuchungen in dem Fall einsetzte. Wir haben jedenfalls die Leute daran gesetzt, die es merken würden, wenn es organisierte Kriminalität wäre, erklärte der Generalstaatsanwalt.
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