Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat den Vertragspoker mit Nationaltorhüter Timo Hildebrand erfolgreich beendet, ist aber endgültig in die Krise gerutscht.
Die Schwaben kamen in der Fußball-Bundesliga nicht über ein 1:1 (1:0) gegen den Südwestrivalen 1. FC Kaiserslautern hinaus und haben auf Spitzenreiter Bayern München weiter an Boden verloren. Vor 32 000 Zuschauern erzielte Kevin Kuranyi (14. Minute) sein neuntes Saisontor. Seinem Nationalmannschaftskollegen Marco Engelhardt gelang der Ausgleich für Lautern (61.).
Wir haben 1:0 geführt und waren in Überzahl, da sind wir selbst schuld, sagte VfB-Kapitän Zvonimir Soldo. Unzufrieden war FCK- Trainer Kurt Jara vor allem mit der ersten Halbzeit: Wir haben uns zunächst nicht auf den Gegner einstellen können. Doch dann steigerten sich die Pfälzer, die Abwehrspieler Lucien Mettomo durch einen Platzverweis verloren (57.). In der zweiten Halbzeit hat sie sensationell gekämpft und den Punkt hochverdient gewonnen, meinte Jara über sein Team, das nun seit sechs Spielen unbesiegt ist und den Aufwärtstrend in dem allerdings mäßigen Spiel bestätigt.
Eine Minute vor dem Anpfiff hatte der VfB auf der Videotafel im Daimlerstadion bekannt gegeben, dass Hildebrand nach wochenlangem Hickhack nun doch seinen Vertrag bis 2007 verlängert. Der neue Kontrakt des 25-Jährigen enthält keine Ausstiegsklausel. Möglich wurde die Kehrtwende offensichtlich, weil Hildebrand nicht mehr seinen hart kritisierten serbischen Berater Dusan Bukovac verhandeln ließ. Wir haben Wert darauf gelegt, dass wir mit Timo alleine reden, sagte Präsident Erwin Staudt. Der Keeper reagierte mit dieser Entscheidung auch auf ein Ultimatum von Trainer Matthias Sammer.
Gleich vier Ex-Stuttgarter standen in Torwart Thomas Ernst, Ioannis Amanatidis, Jochen Seitz und Stefan Blank im Team des 1. FCK, zudem war Timo Wenzel Ersatzspieler. Auf der Haupttribüne saß in Bundestrainer Jürgen Klinsmann ebenfalls ein alter Bekannter.
Ein paar Neuerungen hatte Sammer zu bieten: Eine Woche nach der 2:4-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg mussten Heiko Gerber, Christian Tiffert, und Fernando Meira auf die Bank. Dafür rückten Boris Zivkovic, Horst Heldt und erstmals in der Rückrunde auch Nationalspieler Andreas Hinkel in die Anfangsformation mit Vierer- Abwehr-Kette. Soldo kehrte nach einer Gelb-Sperre zurück.
Im Vergleich zur Vorwoche wirkten die Stuttgarter konzentriert und ließen ihrem Gegner kaum Platz. Der kroatische Nationalmannschafts- Kapitän Zivkovic bedankte sich für Sammers Vertrauen, indem er das 1:0 durch Kuranyi mit einem Doppelpass vorbereitete. Der Nationalstürmer hatte schon beim 3:2-Hinspielsieg drei Tore erzielt.
Während die Angriffsabteilung des VfB in der ersten Hälfte einige gekonnte Spielzüge zeigte und Kuranyi (19.) sowie Silvio Meißner (39.) weitere dicke Chancen vergaben, zeigten die Gäste wenig Initiative. Amanatidis scheiterte kurz vor dem Pausenpfiff an Hildebrand, blieb aber ansonsten blass.
Nach knapp einer Stunde waren die Lauterer nur noch zu zehnt: Lucien Mettomo musste nach einer Notbremse an Hleb vom Platz. Aus dem Freistoß machten die Stuttgarter - wie so oft in diesem Spiel - nichts, erhielten aber kurz darauf Anschauungsunterricht durch Engelhardt, dem mit einem herrlichen Freistoß-Heber von der Strafraumgrenze der Ausgleich gelang. Der VfB brachte dafür bei seiner Schlussoffensive kaum noch etwas zu Stande.
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