Stuttgart - Nationaltorwart Timo Hildebrand hat die Kehrtwende vollzogen und bleibt nun doch beim VfB Stuttgart. Der 25-Jährige verlängerte seinen bei dem schwäbischen Fußball- Bundesligisten zum Saisonende auslaufenden Vertrag um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2007.
Das ist ein unheimlich wichtiges Signal für den Verein, kommentierte Trainer Matthias Sammer die Entscheidung nach Wochen langem Hickhack. Ich bin froh, dass dieses Theater beendet ist, sagte VfB-Kapitän Zvonimir Soldo nach dem 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern.
Der neue Kontrakt, den Hildebrand nach der Pressekonferenz zum Spiel unterschrieb, hat keine Ausstiegsklausel. Der Schlussmann verlas eine vorbereitete Erklärung und ließ wie schon in den vergangenen Wochen keine Fragen der Journalisten zu. In den letzten Tagen habe ich mir viele Gedanken gemacht, und es ist viel auf mich eingestürzt. Jetzt bin ich sehr froh, dass die Zeit der Spekulationen vorbei ist, sagte er. Die Verhandlungen seien keine Frage des Geldes, sondern ein persönlicher Konflikt gewesen. Dabei habe er entscheiden müssen, ob er beim VfB bleibe oder zu einem europäischen Spitzenclub wechsle.
Hildebrand kam damit auch einem erneuten Ultimatum Sammers nach, der seinen Keeper aufgefordert hatte, sich bis zum Tag der Partei gegen dir Pfälzer zu entscheiden. Der VfB-Trainer hatte zuletzt sichtlich verärgert auf die ständige Unruhe im Verein reagiert.
Der VfB hatte am 17. Januar die Verhandlungen mit Hildebrand platzen lassen, nachdem dessen serbischer Berater Dusan Bukovac nach Angaben von Präsident Erwin Staudt immer neue Forderungen gestellt hatte. Nach Medienberichten hatte der derzeitige Tabellendritte seinem Schlussmann einen mit jährlich 1,8 Millionen Euro dotierten Vertrag bis 2010 angeboten. Der Keeper stand daraufhin als Abzocker da und musste sich zum Rückrundenauftakt herbe Kritik in den Medien und von den Fans gefallen lassen.
Der frühere VfB- und heutige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder versuchte danach als Vermittler, beide Parteien nochmal an einen Tisch zu bekommen. Zumal Hildebrand immer betont hatte, dass er seine Zukunft in Stuttgart sieht. Bundestrainer Jürgen Klinsmann sprach sich ebenfalls für ein Bleiben des zweimaligen Nationalspielers in Stuttgart aus.
Nun hat Hildebrand auch Planungssicherheit, was die Weltmeisterschaft 2006 angeht. Ein Neuanfang im Ausland hätte für die derzeitige Nummer drei im deutschen Tor ein Risiko bedeutet. Am Tag vor dem Kaiserslautern-Spiel hat Sammer die Mannschaft über Hildebrands Bleiben informiert. Nach Kevin Kuranyi, Alexander Hleb und Andreas Hinkel hat der VfB nun einen weiteren Jungstar an sich gebunden. Nationalstürmer Kuranyi und der weißrussische Spielmacher Hleb haben jedoch eine Ausstiegsklausel. Wenn der Verein die Qualifikation zur Champions League erneut verpasst, droht ihm der Abgang des einen oder anderen Jungstars.
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