Dortmund - Für den VfL Bochum rückt der fünfte Abstieg aus der Fußball-Bundesliga immer näher. Mit einer unglücklichen 0:1 (0:1)-Niederlage im 52. Revier-Duell bei Borussia Dortmund hat sich die ohnehin problematische Lage beim Tabellen-16. weiter zugespitzt.
Vor 75 500 Zuschauern im Westfalenstadion machte der Dortmunder Torschütze Jan Koller (21.) alle Hoffnungen der Gäste auf eine Trendwende zunichte. Damit blieb der VfL auch im siebten Auswärtsspiel nacheinander ohne Punktgewinn. Der BVB setzte dagegen seinen Aufwärtstrend fort: Der erste Heimsieg des Jahres verhalf dem finanziell angeschlagenen Club nicht nur zur Rückkehr in gesicherte Regionen, sondern trug auch zur Beruhigung der Gemüter bei.
VfL-Coach Neururer machte weniger die schlechte Chancenauswertung seiner Mannschaft, sondern vielmehr diverse Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Hermann Albrecht für den Rückschlag im Existenzkampf verantwortlich: Wenn es den Fall Hoyzer nicht geben würde, würde ich von einem Skandal sprechen, sagte der Coach, der vor allem dem aberkannten Treffer von Vratislav Lokvenc in der 47. Minute nachtrauerte: Ganz eindeutig ist uns vom Schiedsrichter-Gespann der Sieg genommen worden. Anders als sein Gegenüber hatte Bert van Marwijk keinen Grund zur Klage. Jetzt können wir langsam nach oben schauen, sagte der BVB-Coach, dessen Team aus den letzten vier Begegnungen zehn Punkte holte.
Trotz der Demission von Gerd Niebaum als Geschäftsführer des Fußball-Unternehmens war beim BVB noch immer keine Ruhe eingekehrt. Mit einem Protestmarsch vom Dortmunder Friedensplatz zum Westfalenstadion hatten rund 700 Fans vor der Partie gegen die Geschäftspolitik der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA demonstriert und den Rückzug von Michael Meier aus dem Vorstand des Vereins gefordert.
Doch wie schon bei den beiden Auswärtssiegen in Wolfsburg und Hannover wollten sich die BVB-Profis von den störenden äußeren Einflüssen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Das gelang aber zumindest in der Anfangsphase nicht. Mit den schwierigen Platzverhältnissen bei strömendem Regen und Sturmböen kam der Gast zunächst deutlich besser zurecht. Bereits nach vier Minuten war er der Führung nahe: Angreifer Lokvenc ließ seinen Gegenspieler Christian Wörns stehen, traf mit seinem Schuss aus 12 Metern jedoch nur den Pfosten.
Erst allmählich fand die Borussia ins Spiel und wurde gleich bei ihrem ersten Erfolg versprechenden Angriff belohnt: Nach Flanke von Florian Kringe war Koller zur Stelle und drückte seinen zuvor abgewehrten Kopfball über die Linie. Der zehnte Saisontreffer des Tschechen gab den Gastgebern zwar sichtlich Auftrieb, aber keine zusätzliche Sicherheit in der Deckung. So war der VfL bei einer riskanten Abwehr von BVB-Außenspieler Leonardo Dede (32.) und einer Chance von Tommy Bechmann (35.) dem Ausgleich nahe.
Auch nach Wiederanpfiff blieb der Borussia das Glück hold. Einem Treffer von Lokvenc in der 47. Minute verweigerte Schiedsrichter Albrecht wegen angeblicher Abseitsstellung die Anerkennung. Gleichwohl ließen sich die Bochumer nicht entmutigen. Sie drängten weiter auf den Ausgleich, wurden aber für ihren leidenschaftlichen Auftritt nicht belohnt. Die wohl größte Möglichkeit zum verdienten Punktgewinn vergab der zuvor eingewechselte Dennis Grote, der nach schönem Sololauf das Tor nur knapp verfehlte. Allerdings ließ auch die Borussia in der Schlussphase beste Konterchancen ungenutzt.
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