München/Rotterdam - Roy Makaay hat nach der spektakulären Verpflichtung des neuen Bayern-Traumsturms mit Miroslav Klose und Luca Toni umgehend die Flucht in sein Heimatland angetreten und wird seine Tore ab sofort für Feyenoord Rotterdam schießen.
Keine 24 Stunden vor dem ersten Training und der ersten Pressekonferenz seines Nachfolgers Klose in München machte der 32 Jahre alte niederländische Angreifer seinen vorzeitigen Abschied vom deutschen Fußball-Rekordmeister geradezu im Eiltempo perfekt.
Und Makaay machte bei seiner Vorstellung in Rotterdam kein Geheimnis daraus, dass die von Bayern für zusammen rund 25 Millionen Euro eingekauften Stürmerstars Klose und Toni der Grund für seinen schnellen Rückzug waren. Ich wollte weg von Bayern München, als der Club diese beiden Stürmer holte. Ich will spielen und nicht auf der Bank sitzen. Die Vereinsführung von Feyenoord habe ihn schnell überzeugen können. Ich habe ein sehr gutes Gefühl hier. Wir werden uns ein schönes Jahr machen, meinte Makaay.
Während WM-Torschützenkönig Klose in seiner neuen Wahlheimat zur medizinischen Untersuchung und der anschließenden Unterschrift unter einen hoch dotierten Vierjahresvertrag weilte, unterschrieb Makaay bei Feyenoord einen Dreijahreskontrakt bis 2010. Der Torjäger, dem nach eigener Aussage viele gute und interessante Angebote vorgelegen hatten, hat sich bei seinem, vom ehemaligen Dortmunder Trainer Bert van Marwijk betreuten neuen Club viel vorgenommen. Feyenoord muss dahin zurück, wo es hingehört: an die Spitze. Dazu will ich mein Scherflein beitragen. In der letzten Saison belegte Feyenoord in der Ehrendivision nur Platz sieben.
Makaays Flucht aus München erfolgte auch im Interesse des FC Bayern. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge zollte dem besten Bayern-Torschützen der vergangenen vier Jahre, dessen Vertrag noch bis 2008 lief, ein Lob: Roy war für den FC Bayern ein sehr wichtiger Spieler, hat in 178 Pflichtspielen 102 Tore erzielt und war stets eine große Persönlichkeit auf und außerhalb des Platzes.
Makaay gewann mit dem FC Bayern vier Titel; 2005 und 2006 holte er gleich zwei Mal das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. Zumindest einmal darf sich Makaay noch in der Münchner Allianz Arena von den Bayern-Fans feiern lassen: Am 15. August wird der Niederländer beim Abschiedsspiel von Mehmet Scholl gegen den FC Barcelona offiziell vom deutschen Rekordmeister verabschiedet.
Über die Höhe der Ablösesumme vereinbarten die beiden Vereine Stillschweigen. Sie dürfte jedoch nur einen Bruchteil jener 20 Millionen Euro betragen, welche die Münchner 2003 an Deportivo La Coruna bezahlt hatten. Die Rede ist von fünf Millionen Euro.
Makaay hatte die damalige Bayern-Rekordablöse mit der großartigen Quote von 78 Toren in 129 Bundesligaspielen zurückgezahlt. Trotz immerhin noch 16 Treffern in der verkorksten vergangenen Saison übten die Bayern-Verantwortlichen zuletzt immer häufiger Kritik an der oftmals unauffälligen Spielweise des Tor-Phantoms und sahen darum besonderen Handlungsbedarf in der Offensivabteilung.
Um den Status des neuen Bayern-Torschützen vom Dienst rangeln ab sofort WM-Torschützenkönig Klose und Weltmeister Toni - als vorerst nur dritte Wahl im Angriff gilt Jungstar Lukas Podolski. Beim Trainingsauftakt wird erst einmal nur Klose die Blicke auf sich ziehen; der vom AC Florenz gekommene Toni wird nach einer Mittelfuß-Operation ebenso wie der Franzose Franck Ribéry erst am 5. Juli das Training aufnehmen. Der Zeitpunkt für Podolskis Rückkehr ist nach einer Knie-Operation noch offen.
Trainer Ottmar Hitzfeld muss nach der teuersten Einkaufstour der Bayern-Vereinsgeschichte mit Ausgaben von über 60 Millionen Euro in den nur sechs Wochen bis zum Bundesligastart gegen Aufsteiger Hansa Rostock eine Mannschaft formen. Ich werde auf Disziplin sehr viel Wert legen, gerade bei so vielen Stars, kündigte der 58-Jährige an.
Beim ersten Spiel in Hongkong gegen den FC Sao Paulo wird der neue FC Bayern noch nicht zu bestaunen sein: Von den Neuen werden nur Klose, Marcell Jansen, José Ernesto Sosa und Hamit Altintop den Kurztrip mitmachen.
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