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Hoyzers Medien-Show unter Sicherheitsstufe 1 | 2005-02-08


Hamburg - Die Sicherheitsvorkehrungen waren größer als bei Bill Clinton und Gerhard Schröder. Abgesichert von Polizei- und Sicherheitskräften in Mannschaftsstärke gelangte der ehemalige Schiedsrichter Robert Hoyzer zur Aufzeichnung der 599. ZDF-Sendung Johannes B. Kerner.

Dutzende Kamerateams, Fotografen und Journalisten warteten vor dem Hamburger TV-Studio am Rothenbaum. Sie konnten nur einen kurzen Blick auf den 25-Jährigen erhaschen. In Begleitung seines Essener Anwaltes Thomas Hermes saß Hoyzer in einem abgedunkelten Mercedes, der schnell in der Tiefgarage verschwand - und sagte kein einziges Wort.

Nach Drohungen von Anhängern des Hamburger SV im Internet, Hoyzer am Betreten des Gebäudes hindern zu wollen, wurde auch kein Medienvertreter zu der Talkshow zugelassen. Die offizielle Begründung: Es passen nicht mehr als 120 Zuschauer ins Studio, mehr als 80 Journalisten hätten angefragt. Der TV-Auftritt ausgerechnet in Hamburg barg eine besondere Brisanz: Hoyzer hatte zugegeben, auch das mit 2:4 verlorene Pokalspiel des HSV im vergangenen August gegen den SC Paderborn zu Gunsten des Drittligisten manipuliert zu haben.

Die mediale Selbstvermarktung des Hauptbeschuldigten im Wettskandal war im Vorfeld sowohl von DFB-Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell als auch von den Medien stark kritisiert worden. Kerner verteidigte kurz vor der Sendung das Interview mit Hoyzer. Das ist ein interessantes Gespräch mit einem interessanten Mann, sagte der Moderator der dpa. Es habe ein normales Vorgespräch gegeben und keinerlei Beschränkungen bei den Fragen. Ich bin sehr gespannt auf diesen Menschen, ich bin ganz nebenbei auch noch Fußball-Fan, sagte Kerner, der die Hintergründe des Wettskandals erfahren wollte. Es geht auch um Fakten.

Er bestätigte, das Hoyzer für seinen Auftritt 500 Euro Honorar zuzüglich Mehrwertsteuer erhalte, Reisekosten habe er sogar abgelehnt. Das sei genau die Summe, die etwa 2300 Gäste in den zurückliegenden acht Jahren auch erhalten hätten. Vorwürfe, Hoyzer könnte bei ihm eine Plattform bekommen, wies Kerner zurück. Diese Diskussion ist lachhaft und wird insbesondere von denen geführt, bei denen er nicht spricht. Der Mann ist der Interessanteste zurzeit, meinte der 40-Jährige.

Vor Fernseh-Publikum nannte der 25-Jährige dann in der ZDF-Sendung Geldgier als Hauptmotiv für seine Manipulation von Spielen. An den Fußball habe er dabei nicht mehr gedacht. Ich habe die Aufgabe nur darin gesehen: Ist was möglich und inwiefern kann man es beeinflussen, um möglichst viel Geld herauszuholen. Er schäme sich für die ganze Sache, sagte der ehemalige Schiedsrichter.


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