Spiegel: Hoyzer präzisiert Vorwürfe gegen Marks | 2005-02-12
Hamburg - Nach Informationen des Spiegel hat Robert Hoyzer die Vorwürfe gegen seinen Schiedsrichter-Kollegen Dominik Marks vor der Berliner Staatsanwaltschaft präzisiert. Danach soll Marks insgesamt 36 000 Euro von den kroatischen Brüdern S. erhalten haben.
Hoyzer selbst habe Marks vor dem verschobenen Regionalliga-Spiel Hertha BSC Amateure - Arminia Bielefeld Amateure 6000 Euro übergeben. Marks hat Verwicklungen in den Fußballskandal bisher bestritten, die Staatsanwaltschaft führt ihn als Beschuldigten.
Wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtet, sind bei einer Ermittlungs-Richterin des Amtsgerichts Tiergarten für Montag Haftprüfungstermine für die drei inhaftierten kroatischen Brüder S. angesetzt. Sie stehen im Zentrum des Verdachts, Fußballspiele so manipuliert zu haben, dass sie aus Wetten großen finanziellen Vorteil ziehen konnten. Nach Angaben des Spiegel will die Staatsanwaltschaft in Berlin sämtliche Honorare Hoyzers aus Medienauftritten pfänden. Der geständige 25 Jahre alte Berliner Schiedsrichter war am vergangenen Dienstag ZDF-Gast bei Johannes B. Kerner. Der inzwischen gesperrte Hoyzer hat nach eigenen Angaben ein Gesamthonorar von 67 000 Euro für von ihm manipulierte Spiele bekommen.
Unter Berufung auf Aussagen von Hoyzer berichtet das Magazin Focus in seiner neuesten Ausgabe, dass sich die Wettaffäre auf weite Teile Europas ausweiten könnte. Nach Angaben von Hoyzer reichte der Wirkungskreis des Berliner Wetttrios bis nach Griechenland, Kroatien, Österreich und England, so das Nachrichtenmagazin. Als Beleg führte das Blatt den Ausgang des UEFA- Pokal-Spiels zwischen Panionios Athen und Dynamo Tiflis (5:2) am 1. Dezember 2004 an, bei dem die Brüder nach Aussagen von heute ordentlich mitverdient hätten.