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Zwanziger will klare Aufgabenteilung mit MV | 2005-02-15


Berlin - Theo Zwanziger will eine Eskalation des Konflikts in der DFB-Führungsspitze verhindern.

Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) will zumindest alles dafür tun, dass die Doppelspitze bis zur WM 2006 hält, erklärte Zwanziger in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Allerdings forderte er bei Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder eine klare Aufgabenteilung ein. Ich wünsche mir, dass Mayer-Vorfelder akzeptiert, dass das operative Geschäft von mir und einem schnell erreichbaren Gremium gemacht werden muss, betonte Zwanziger.

Seit dem Verbandstag im Oktober vergangenen Jahres fungieren Mayer-Vorfelder und Zwanziger als so genannte Doppelspitze. Die große Fraktion der Amateur-Vertreter im DFB wollten Mayer-Vorfelder schon damals stürzen, doch stattdessen wurde ein Kompromiss mit dem inzwischen 71 Jahre alte Ex-Politiker geschlossen. Jeder weiß im Nachhinein, dass diese Konstruktion nur für schönes Wetter getaugt hätte. Bei schlechtem Wetter funktioniert sie halt nicht, wird ein DFB-Präsidiumsmitglied von der FAZ zitiert. Vor allem Äußerungen von Mayer-Vorfelder zum Wett- und Schiedsrichterskandal im deutschen Fußball hatten innerhalb des Verbandes die Kritik an ihm verstärkt.

Mayer-Vorfelder hatte seinen oft kritisierten Führungsstil auch nach der Machtteilung mit Zwanziger verteidigt. In der neu installierten DFB-Task Force zur Aufarbeitung des Skandals um manipulierte Fußball-Spiele fand Mayer-Vorfelder dann keinen Platz mehr, was zu einer lautstarken Auseinandersetzung im Präsidium geführt haben soll. Die beste Sacharbeit nützt nichts, wenn die interne Kommunikation nicht stimmt. Wir müssen handlungsfähiger werden, um bei der Brisanz innerhalb von einer Stunde Entscheidungen zu treffen, betonte Zwanziger.

Der geschäftsführende Chef hatte Pannen im Fall Hoyzer eingeräumt und auf der offiziellen DFB-Homepage nochmals betont, dass es im Januar einige Missverständnisse in unserer Darstellung von Vorgängen mit dem Wettanbieter Oddset gab. Den Namen der zweiten Doppelspitze nannte der Jurist zwar nicht. Aber vor allem Kritik von Mayer-Vorfelder hatte den WM-Sponsor Oddset, der schon im vergangenen Sommer auf Unregelmäßigkeiten bei den Spielen von Schiedsrichter Robert Hoyzer aufmerksam gemacht hatte, verärgert.

Ohne dass ich ihn entmachten will, MV muss auch mal loslassen können, sagte Zwanziger. Für eine frühzeitige Absetzung von Mayer-Vorfelder, der nach bisherigen Plänen nach der Weltmeisterschaft im eigenen Land seinen Platz für einen alleinigen Präsidenten Zwanziger räumen wird, gebe es ohnehin nur zwei Möglichkeiten. Die eine ist ein Rücktritt von MV, den der Stuttgarter aber schon mehrfach ausgeschlossen hat. Eine zweite wäre die Einberufung einer außerordentlichen DFB-Vollversammlung. Das allerdings scheint im Hinblick auf die Außenwirkung kurz vor der WM noch immer schwer vorstellbar, aber nicht mehr ausgeschlossen.


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