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Niebaum-Nachfolger Watzke verzichtet auf Gehalt | 2005-02-15


Dortmund - Die Bürde des neuen Amtes bewog Hans-Joachim Watzke angesichts der Unternehmens-Schuldenlast von 98 Millionen Euro zum ersten Verzicht.

Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres am 30. Juni 2005 wird Watzke in seiner Funktion als neuer Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA auf jegliches Salär verzichten und nicht einmal Spesenersatz beanspruchen. Danach werde Watzke bei seinem Gehalt im Bereich des unteren Bundesliga-Drittels eingestuft, kündigte BVB-Präsident Reinhard Rauball an.

Watzke, ein 45 Jahre alter Unternehmer, tritt die Nachfolge von Gerd Niebaum an, der am 9. Februar zurückgetreten war. Die Berufung Watzkes gab das Börsen notierte Fußball-Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt. Zuvor hatte sich der Präsidialausschuss des westfälischen Traditionsvereins mehrheitlich für Watzke ausgesprochen. Er ist seit 2001 Schatzmeister des Gesamtvereins. Sein Vertrag in der GmbH hat eine Laufzeit bis 31. Dezember 2006.

Quereinsteiger Watzke, seit 1996 Mitglied der Schwarz-Gelben, bringt in seinem Amt als Vereins-Schatzmeister eine Empfehlung in die Fußball-GmbH mit. Bei der Mitgliederversammlung im November 2004 präsentierte er einen Gewinn von 355 000 Euro. Jetzt muss er zusammen mit Michael Meier, der weiter als alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer dieses Amt seit dem Börsengang im Herbst 2000 bekleidet, einen enormen Schuldenberg abtragen. Wenn ich nicht die Zuversicht hätte, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen, würde ich es nicht machen, sagte Watzke nach seiner Berufung.

Viel sagen wollte Watzke, der sich in den turbulenten Zeiten mit den Niebaum-Rücktritten von den Ämtern des BVB-Präsidenten und GmbH-Geschäftsführers als interner Oppositioneller bekannt hatte, nicht. Fakten und Akten wolle er studieren, auch, weil die Zeit drängt. Am 25. Februar will die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ihre Halbjahreszahlen bekannt geben. Und bis zum 15. März müssen die Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingereicht werden.

Mit der Berufung Watzkes setzte der Präsidialausschuss ein Zeichen. Aktionäre wie Florian Homm, der 26 Prozent der BVB-Anteile hält, wollten mit einer externen Lösung mehr Einfluss auf die KGaA gewinnen. Doch mit der Wahl eines Kandidaten aus den eigenen Reihen demonstrierte die Borussia Unabhängigkeit von den Großinvestoren. Homm bezeichnete den Niebaum-Nachfolger als Mann, der die besten Voraussetzungen für diesen Job mitbringt.

Unternehmerische Erfahrung hat Watzke zur Genüge. Im sauerländischen Marsberg führt er die 1990 gegründete Watex Schutz- Bekleidungs-GmbH. Die Firma macht mit 250 Mitarbeitern einen geschätzten Jahresumsatz von 20 Millionen Euro. Watzke, der auch Mitglied der BVB-Traditionsmannschaft ist, will für sein neues Amt nach Dortmund umziehen.


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