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Fitnesstest beendet - Baumann und Schulz spielen | 2005-03-23


Frankfurt/Main - Schweren Herzens mussten Sebastian Deisler und 12 weitere WM-Kandidaten die Koffer packen, denn nach Ende des Fitness-Tests gewährt Jürgen Klinsmann nur 19 Spielern eine letzte Bewährungschance für den Confederations Cup.

Während Deisler und Co. das DFB-Quartier in Frankfurt/Main verließen und der Mannschaftsrat mit der DFB-Spitze in die entscheidende Poker-Runde um die WM-Prämien ging, richtete der Bundestrainer alle Konzentration auf das Länderspiel am Ostersamstag in Slowenien. Nach vorn gerichtet, agierend, auf Tempo basierend, so will Klinsmann sein Team auch im neunten Länderspiel unter seiner Regie sehen.

Wir haben nicht mehr so viel Zeit, deswegen müssen wir versuchen, in jedem Länderspiel Fortschritte zu machen. In unserer Spielweise, in unserer Art, wie wir das Spiel bestimmen, ergänzte Teammanager Oliver Bierhoff zur Bedeutung der Partie in Celje. Mit der Länderspiel-Premiere gegen Slowenien, immerhin WM- Teilnehmer von 2002, sieht Klinsmanns Assistent Joachim Löw die zweite Phase der WM-Vorbereitung eröffnet. Dabei wollen wir die Mannschaft als Titelanwärter positionieren. Es zählt jeder Tag für uns. Von Frankfurt aus fliegen die Nationalspieler nach Maribor.

Während den Stammkräften Christian Wörns und Fabian Ernst eine Pause gewährt wird, soll Deisler noch Sicherheit beim FC Bayern finden. Auch der angeschlagene Schalker Gerald Asamoah fehlt. Dafür sollen der Bremer Frank Baumann im zentralen defensiven Mittelfeld und Werder-Kollege Christian Schulz auf der linken Defensiv-Seite im Petrol Arena von Beginn an die Gelegenheit bekommen, sich für ein Mitwirken beim Confed-Cup im Juni zu empfehlen. Zudem warten Tim Borowski (Bremen), der Kölner Lukas Podolski sowie der Gladbacher Rückkehrer Oliver Neuville auf eine letzte Chance. Wir werden aber nicht zu viele Rotationen vornehmen, wir wollen gewinnen, sagte Löw.

Aus den ersten Ergebnissen des zweitägigen Fitness-Checks, die mit neun speziellen Übungen zur Beweglichkeit und Koordination in der Leichtathletik-Halle von Calbach zu Ende gingen, sah sich die sportliche Leitung in ihrem Kurs bestätigt. Selbst beim ungeliebten Laktattest seien fast alle Spieler durchgelaufen, berichtete Löw. Sie sind bis ans absolute Limit gegangen. Wir haben den Eindruck, dass da schon Verbesserungen erzielt worden sind.

Auch US-Experte Mark Verstegen, der die Übungen am zweiten Tag leitete, bescheinigte den 31 Akteuren eine positive Entwicklung: Die Spieler haben Fortschritte gezeigt. Man hat auch einen Unterschied gesehen zwischen den neuen Spielern und denjenigen, die schon im vergangenen September dabei waren. Der Chef von Athletes Performance, der die DFB-Elf auch bei der WM 2006 mit betreuen will, warb nochmals ausdrücklich für seine Methoden: Der professionelle Athlet ist wie ein Formel-1-Auto. Nach 100 000 km kann der Motor nach einer weiteren Meile kaputt sein oder er fährt nochmals 100 000.

Am Nachmittag bekamen die 19 Slowenien-Fahrer von Klinsmann frei. Erst am 24. März bei einer öffentlichen Trainingseinheit im Frankfurter Waldstadion und am Karfreitag bei der abschließenden Übungseinheit in Celje stimmt sich das Team auf den Gegner Slowenien ein, der mit drei deutschen Gastarbeitern antritt.

Nach den Fitness-Tests werden wir um so heißer auf den Ball sein, erklärte Baumann, der unter Klinsmann bisher nur fünf Minuten beim 3:1 gegen Österreich zum Zuge kam. Damit ist er Schlusslicht unter bisher 30 eingesetzten Spielern in der Ära Klinsmann. Der 29-Jährige sieht sich nach der Zusammenkunft aller WM- Kandidaten in Frankfurt zusätzlich angestachelt: Da wird einem bewusster, dass man noch eine Schippe drauf legen muss.

Fest eingeplant für den Confed-Cup ist Robert Huth, der gegen die Slowenen gemeinsam mit Arne Friedrich von Hertha BSC die Innenverteidigung bilden soll. Der 20-jährige Wahl-Engländer fühlt sich geehrt vom Interesse des FC Bayern, will aber lieber weiter beim FC Chelsea bleiben und sich dort durchsetzen, um auch seine WM-Chance zu wahren. Die Forderung von Klinsmann, dass neben der sportlichen Leistung auch der Lebenswandel in den kommenden 15 Monaten stimmen muss, hat Huth ohnehin verstanden: Keiner kann einem vorschreiben, zum Zahnarzt zu gehen oder abends zu Hause zu bleiben. Die Spieler aber werden nicht riskieren, durch irgendeinen Schwachsinn die WM zu verpassen.

Die voraussichtliche Aufstellung:

Kahn - Hinkel, Friedrich, Huth, Schulz - Baumann - Schneider, Ballack, Schweinsteiger - Kuranyi, Klose.


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