Frankfurt/Main - Gerhard Mayer-Vorfelder, der Vizepräsident der Europäischen Fußball-Union UEFA, fordert eine Reform der Champions League und will den Großen ans Geld.
2009 laufen die Fernsehverträge aus, zu diesem Zeitpunkt können wir die Champions League reformieren, sagte der frühere Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in einem Interview mit der Bild am Sonntag. UEFA-Präsident Michel Platini denke darüber nach, den Qualifikations- Modus zu ändern. Als Beispiel nannte der 74-jährige Mayer-Vorfelder, dass der Bundesliga-Dritte nicht mehr gegen Vertreter einer kleinen Fußballnation, sondern gegen den Vierten aus Spanien oder Italien spielen solle. Der Wegfall von vier Startplätzen für die großen Ligen würde für mehr Gerechtigkeit sorgen und in der Champions League sähen wir nicht immer die gleichen Clubs.
MV äußerte seine Sorge, dass die in der Erfolgsstory Champions League zu verdienenden Riesensummen die nationalen Ligen in mehrere Teile zerreißen. In die Gruppe jener Clubs, die ständig Champions League spielten und finanziell immer weiter vorausmarschierten, die Vereine, die reinwollten und sich oft gewaltig übernähmen und jene Clubs, die froh sind, überhaupt noch mitzuspielen.
Der ehemalige DFB-Chef sprach sich auch dagegen aus, Großinvestoren wie den milliardenschweren russischen Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch in die Bundesliga zu holen. In Deutschland darf kein Geldgeber die Mehrheit eines Clubs übernehmen. Das verhindert, dass Einzelpersonen den Fußball wie ein Spielzeug behandeln und wegwerfen, wenn sie ihren Spaß verloren haben. Ich möchte mal sehen, was mit Chelsea passiert, wenn Abramowitsch den Geldhahn zudreht, sagte Mayer-Vorfelder.
Mit der Frage, die deutsche Regelung, wonach der Stammverein immer die Mehrheit der Anteile behalten muss, auch europaweit einzuführen, werde sich die Strategiekommission der UEFA befassen, wie mit der neuen Verteilung der Champions-League-Gelder - so Mayer-Vorfelder.
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