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Jörg Schmadtke als Vater Aachener Erfolge | 2005-02-17


Köln - Horst Heinrichs ist voll des Lobes über Jörg Schmadtke. Er ist einer der Väter unseres jetzigen Erfolgs, er ist unser Spiritus Rector, er hat einen Riesenanteil an dem, was hier geschieht, sagt der Präsident des Zweitligisten Alemannia Aachen über seinen Sportdirektor.

Doch die Zusammenarbeit zwischen dem ehemaligen Profi-Torhüter Schmadtke und dem UEFA-Cup-Teilnehmer basiert eher auf einem Zufall: Einer Anzeige im kicker verdankt der Club, dass Schmadtke im Oktober 2001 bei der Alemannia anheuerte.

Damals hatte der Bundesliga-Zweite von 1969 hohe Schulden, die Geldkofferaffäre, Dauerquerelen im Präsidium und der drohende Abstieg machten Schmadtke, der für Fortuna Düsseldorf und den SC Freiburg 266 Erstligaspiele bestritt, den Einstieg nicht leicht: Doch das hat mich eher angestachelt als abgeschreckt. Gemeinsam mit dem damaligen Coach Jörg Berger setzte Schmadtke dann das um, was er zwischen 1993 und 1997 als Keeper in Freiburg positiv erfuhr: Dort habe ich gelernt, wie man ruhig und überlegt erfolgreich sein kann, auch ohne das große Geld, dafür mit unkonventionellen Methoden.

Klare Zielvorgaben zu setzen, sachlich zu analysieren und konsequent im Team zu arbeiten - auch das hat Schmadtke in seiner Lehrzeit als Credo in sich aufgesogen. Freiburgs Trainer Volker Finke und Achim Stocker als Vorsitzender des badischen Vereins haben es ihm vorgelebt, auch von Reiner Calmund in Leverkusen hat Schmadtke profitiert. Und im Herbst 2001 formulierte er die eindeutige Absicht, Alemannia Aachen langfristig wieder nach oben zu führen.

Dabei genießt der Sportdirektor viele Freiheiten. Er kann seine Gedanken nicht nur formulieren, sondern auch durchsetzen, sagt Heinrichs über seinen leitenden Angestellten. Die Politik der langen Leine trug Früchte: Aachen erreichte 2004 das Finale im DFB-Pokal, qualifizierte sich für den UEFA-Cup und erreichte bei seiner internationalen Premiere als einziger unterklassiger Verein die Runde der besten 32. Die Krönung meiner Arbeit, formulierte Schmadtke nach dem entscheidenden 2:0 am 15. Dezember bei AEK Athen.

Was fehlt, ist die Rückkehr in die Bundesliga. Seit dem Abstieg 1970 gehörte die Alemannia nicht mehr zur Elite-Klasse. 2004 scheiterte die Mannschaft, damals noch mit Trainer Berger, am letzten Spieltag mit 0:1 beim Karlsruher SC. Berger trat nach dem verlorenen Pokalfinale (2:3 gegen Werder Bremen) zurück, Schmadtke wurde heftig vom TSV 1860 München umworben, entschied sich aber für die Fortsetzung des begonnenen Weges. Und seitdem, trotz aller UEFA-Cup- Euphorie, reden der Sportdirektor, der neue Trainer Dieter Hecking und die Aachener Profis nur noch von einem Thema: Und zwar vom Aufstieg - alles andere ist für Schmadtke eine nette Zugabe.


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