Berlin - Das neue Hertha-Grundgesetz hat die entscheidende Hürde leicht und locker genommen. Die Mitglieder von Hertha BSC segneten die neue Satzung des Fußball-Bundesligisten in Berlin ab.
Sie stimmten mit großer Mehrheit für eine Trennung zwischen Kontrolle und Exekutive sowie die Stärkung ihrer eigenen Rechte. Abgeschafft wurden bei nur zwei Gegenstimmen und neun Enthaltungen der so genannte Beteiligungsausschuss als bislang wichtigstes Entscheidungsorgan. Ihm hatten Aufsichtsrat, Präsidium und fünf zusätzlich gewählte Vereinsmitglieder angehört. Das von vier auf neun Mitglieder vergrößerte Präsidium bekommt mehr Macht und wird direkt von den Mitgliedern gewählt. Die Kandidaten schlägt der nur noch fünfköpfige Aufsichtsrat vor, den ebenfalls die Mitglieder bestimmen. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) habe den Änderungen mittlerweile zugestimmt, betonte Hertha-Präsident Bernd Schiphorst. Wirksam wird die neue Satzung mit der Eintragung in das Vereinsregister.
Mehr Demokratie kann man nicht mehr machen. Wir gehen meines Wissens weiter als jeder andere Bundesligist, sagte Schiphorst, der von einem historischen Beschluss sprach. Mit der Umgestaltung der Gremien ist die Ausgliederung der Profiabteilung abgeschlossen, die im November 2000 beschlossen worden war. Das Interesse der Mitglieder war allerdings gering, nur 325 von 15 000 Eingeladenen waren zur Versammlung im Internationalen Congress-Centrum erschienen, obwohl es auch um ihre Rechte ging. Mit einer Drei-Viertel-Mehrheit können sie künftig Mitglieder des Präsidiums und des Aufsichtsrates abberufen.
Das Hertha-Präsidium kann die Geschäftsführung der Profi- Abteilung als Tochter des Vereins bestimmen und abberufen. Die Kommanditgesellschaft auf Aktien wird durch Dieter Hoeneß als Geschäftsführer und sportlicher Manager sowie Ingo Schiller als Finanz-Geschäftsführer geleitet. Bei einem gewissen Investitions- Volumen müssen sich beide die Zustimmung des Präsidiums holen.
Während Schiller im Saal saß, fehlten Hoeneß sowie wenige Stunden vor dem ersten Testspiel bei Carl Zeiss Jena der neue Trainer Lucien Favre und der frühere Torjäger Michael Preetz als Leiter der Lizenzspielerabteilung. Ehe es gegen Ende doch noch eine emotionale Aussprache gab, wurde zunächst der Antrag eines Mitgliedes abgeschmettert, über die Trennung vom langjährigen Abwehrchef Dick van Burik zu diskutieren. Die Verantwortlichen sind nicht da, das macht die Sache ein bisschen schwierig, sagte Schiphorst, der sich nicht zu van Burik äußerte, dessen Vater mehrere Hertha-Profis berät.
Schiphorst ging auch nicht darauf ein, ob er Präsident bleiben will. Neuwahlen der Gremien sind für Anfang 2008 geplant. Der Medien- Manager ist seit September 2000 Präsident von Hertha BSC. Die in mühsamer vierjähriger Arbeit erstellte neue Satzung bezeichnete er als Entwurf aus einem Guss, der an die Realität des Jahres 2007 angepasst sei. Es gebe verbindlichere, klarere Strukturen, eine weitere Straffung der Entscheidungsabläufe, weniger Gremien und keine Doppelfunktionen mehr.
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