Köln - Nach einem weiteren Prestigeerfolg auf europäischer Ebene hat Alemannia Aachen auch den Bundesliga-Aufstieg wieder fest im Visier.
Dem achtbaren 0:0 im UEFA-Cup-Hinspiel gegen den AZ Alkmaar soll in der Spitzenbegegnung der 2. Liga beim 1. FC Köln eine ähnlich gute Leistung folgen. Das ist natürlich das wichtigere Spiel für uns. Da kann die Mannschaft den Beweis antreten, dass sie ihre Ziele noch erreichen kann, sagte Aachens Coach Dieter Hecking nach dem großen Kampfspiel seiner Mannschaft gegen den niederländischen Spitzenclub. Mit einem Erfolg gegen Köln wäre die Alemannia wieder im Aufstiegsrennen dabei, in Alkmaar kann sogar das UEFA-Cup-Achtelfinale erreicht werden.
Jetzt gilt nur noch Vollgas, in der Liga und im Europapokal, sagte Aachens Profi Alexander Klitzpera nach dem aufopferungsvollen Kampf an einem historischen Abend im Kölner RheinEnergieStadion. Noch nie hat die Alemannia ein Heimspiel vor über 38 000 Zuschauern absolviert und noch nie stand ein deutscher Zweitligist so nah am Europapokal-Achtelfinale. Ich sehe unsere Chancen nicht so schlecht. Der Druck liegt jetzt eindeutig bei Alkmaar, meinte Aachens Sportdirektor Jörg Schmadtke nach dem siebten Europapokalauftritt der Alemannia, die dabei nur ein Spiel verloren hat.
Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wenn wir diese Leistung ein paar Mal abrufen, sind wir wieder in der Spur, meinte Hecking, dessen Team zuvor seit Rückrundenbeginn in der Liga drei von vier Spielen verloren hat. Eine offenen Aussprache zwei Tage vor dem Alkmaar-Spiel sei ausschlaggebend für die Wende gewesen, meinte der Aachener Trainer. Da wurde schonungslos alles angesprochen, es ist alles auf den Tisch gekommen, so Hecking. Das war ein Neuanfang, befand auch Alemannias Profi Simon Rolfes, der zu den Besten zählte.
Gegen den Tabellenzweiten aus dem Nachbarland hatte die Alemannia trotz großer Verletzungssorgen von Beginn an ihr Konzept umgesetzt. Es ist uns perfekt gelungen, Alkmaar nicht ins Spiel kommen zu lassen, befand Hecking. Bei den wenigen Tormöglichkeiten der Gäste war Torhüter Stephan Straub auf dem Posten. Da ist man schon stolz in einem so wichtigen Europapokalspiel kein Gegentor zu bekommen, sagte Alemannias Torhüter.
Auf der anderen Seite hatten Thomas Stehle (21.), Reiner Plaßhenrich (57.) und Daniel Gomez (75.) Chancen zum Führungstreffer. Das ist das einzige, was gefehlt hat, meinte Kapitän Erik Meijer, dessen Einsatz wegen eines Blutergusses im Sprunggelenk in Köln ebenso fraglich ist wie der des an Grippe erkrankten Moses Sichone. Definitiv ausfallen wird Laurentiu Reghecampf, der sich einen Bänderriss im Sprunggelenk zuzog und drei Wochen pausieren muss. Das ist dann leider der Preis für die Europapokalspiele, sagte Hecking.
Beeindruckt von der starken Leistung des Gegners war auch Alkmaars Coach Co Adriaanse. Das war ein fantastisches Spiel gegen eine sehr starke Aachener Mannschaft, die völlig undeutsch spielt. Wir konnten unserer Favoritenrolle nicht gerecht werden, sagte der holländische Coach und warnte sein Team vor dem Rückspiel. Das 0:0 ist ein ganz gefährliches Ergebnis.
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