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Frühere Sorgenkinder erfreuen HSV | 2005-02-20


Hamburg - Im Kampf um das internationale Fußball-Geschäft hat der Hamburger SV immer bessere Karten, doch Trainer Thomas Doll ist noch lange nicht zufrieden.

Der Reifeprozess der Mannschaft ist nicht abgeschlossen. Unser Weg geht hoffentlich weiter, sagte Doll nach dem vierten Bundesliga-Sieg hintereinander und warnte vor zu großen Hoffnungen: Das Umfeld kann träumen und unsere Fans sollen das auch. Aber wir müssen uns wieder auf unser nächstes Spiel konzentrieren.

Beim 2:1-Erfolg über den 1. FC Kaiserslautern zeigte der HSV eine abgeklärte Leistung im Angriff, offenbarte aber Unsicherheiten in der Defensive. Man kann nicht auf Teufel komm raus stürmen, man muss auch Geduld haben, lobte Doll die zunächst zögerlichen Angriffsbemühungen, gab aber auch zu, dass wir die eine oder andere Situation hinten glücklich überstanden haben. Die wenigen Möglichkeiten in der Offensive nutzten die Hamburger eiskalt aus, während die sehr selbstbewussten Gäste aus der Pfalz von ihren vielen Chancen nur eine durch Halil Altintop (52.) verwerteten.

Ausgerechnet die ehemaligen Sorgenkinder Naohiro Takahara und Almami Moreira hatten mit ihren Toren (28. Minute, 40.) vor 50 916 Zuschauern in der AOL-Arena großen Anteil am Sieg der Hanseaten. Sie hatten ein schwere Zeit, sagte Doll und freute sich über die vielversprechenden Auftritte der beiden. Innerhalb von vier Monaten führte der neue Coach nicht nur sein Team vom letzten Tabellenrang nach oben, sondern gab auch Spielern wie Takahara oder Moreira neues Selbstvertrauen und sorgte somit für eine höhere Leistungsdichte im Team. Unser Kader ist sehr ausgeglichen: Jeder muss Gas geben, erklärte Doll.

Erstmals in dieser Saison rangierte das Bundesliga-Urgestein nach dem Erfolg auf einem UEFA-Cup-Platz. Platz fünf ist sehr gut, wenn man bedenkt, wo wir mal standen. Aber es wird jetzt immer schwerer, diesen Platz zu halten, sagte HSV-Kapitän Daniel van Buyten, der sich nun mit seinem Team in der Spitzengruppe der Liga festsetzen will.

Während die Hamburger den Auftritten auf der internationalen Bühne wieder einen Schritt näher kamen, trug Kaiserslauterns Coach Kurt Jara das 1:2 mit Fassung. Niederlagen tun immer ein bisschen weniger weh, wenn auf der anderen Seite ein Trainer steht, den man schätzt, erklärte der Österreicher, der von Oktober 2001 bis Oktober 2003 in Hamburg gearbeitet hatte. Damals war Doll noch Amateurtrainer bei den Hanseaten.

Nach sieben Spielen ohne Niederlage verloren die Pfälzer erstmals wieder eine Bundesliga-Partie, und doch konnte Jara aus dem Spiel einen Nutzen ziehen. Man muss positiv sehen, wie die Mannschaft hier aufgetreten ist. Das war das beste Spiel, das wir gemacht haben, sagte Jara. Solchen Fußball zu sehen macht Spaß, auch wenn man am Ende als Verlierer da steht, meinte der Österreicher.

FCK-Vorstandsvorsitzender Rene C. Jäggi nahm die unglückliche Niederlage ähnlich gelassen wie Jara. Hamburg und wir haben andere Zielsetzungen. Wir wollen ins gesicherte Mittelfeld, erklärte der Vorstandschef. Das haben auch die Spieler verinnerlicht. Das war kein Rückschlag. Unser Ziel bleiben die 40 Punkte, sagte der Ex- Hamburger Ingo Hertzsch.


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