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Mainz nach 0:0 tiefer im Abstiegssumpf | 2005-02-20


Mainz - Der FSV Mainz 05 hat seine Pleitenserie beendet und steckt trotzdem tiefer denn je im Abstiegssumpf. Mit dem 0:0 im Aufsteigerduell gegen Arminia Bielefeld feierte die Hinrunden- Überraschungsmannschaft den ersten Punktgewinn in der Fußball- Bundesliga nach sieben Niederlagen in Serie.

Der Vorsprung auf den Tabellen-16. aus Bochum schmolz durch den gleichzeitigen VfL-Sieg gegen den SC Freiburg, den Mainz in zwei Wochen empfängt, aber auf vier Punkte. Ich bin froh, dass die Drecksserie vorbei ist. Das war ein Anfang - so muss es nun weitergehen, forderte Mainz-Coach Jürgen Klopp, der seit 320 Minuten auf einen Treffer seines Teams wartet: Die Mannschaft muss zeigen, dass sie in der Klasse bleiben will. Dazu braucht man keine markigen Worte mehr.

Gegen Bielefeld ließen die Mainzer keinen Zweifel an ihrer Absicht, im 100. Jahr ihres Vereinsbestehens im Oberhaus bleiben zu wollen. Sie ließen den Gästen, die seit vier Spielen auf einen Auswärtssieg warten, kaum Luft zum Atmen, nachdem Klopp sowie Vereinspräsident Harald Strutz und Manager Christian Heidel Tacheles geredet und einen Überlebenskampf angekündigt hatten. Die Mannschaft hat alles umgesetzt, was sie sollte, lobte Klopp.

Mit Ranisav Jovanovic und Conor Casey schickte er ein neues Sturmduo von Beginn an aufs Feld. Doch weder den Angreifern, noch ihren ebenfalls unermüdlich kämpfenden Mitstreitern gelang vor 20 300 Zuschauern im ausverkauften Bruchwegstadion das lang ersehnte Tor. Zuletzt war Benjamin Auer bei der 1:2-Auswärtsschlappe gegen den HSV vor drei Wochen erfolgreich gewesen. Zwei Mal trafen die Rheinhessen, die auch den Ausfall ihres verletzten Kapitäns und Torwarts Dimo Wache (Halswirbel) zur Pause verkrafteten, durch Christof Babatz und Marco Rose nur den Innenpfosten. 18 Mal schossen sie insgesamt auf das Bielefelder Tor.

Die Kugel ging einfach nicht rein. Aber nach sieben Niederlagen nicht wieder als Verlierer vom Platz zu gehen, war wichtig. Das war ein erster Schritt, meinte Präsident Strutz. Uns hat einfach das Quäntchen Glück gefehlt, stellte Manager Heidel bedauernd fest. Auf die Fortunas Rückkehr hoffen die Rheinhessen schon am kommenden Samstag bei Borussia Dortmund. Vielleicht ist da ja was zu holen. Die haben diesmal ja knapp verloren, meinte Heidel spöttisch in Anspielung auf das 0:5 der Borussen bei Bayern München.

Dass die Mainzer einen Sieg verdient gehabt hätten, musste auch Bielefelds Coach Uwe Rapolder anerkennen. Wir hatten eine Menge Glück und müssen mit dem Ergebnis ein bisschen sehr zufrieden sein, meinte er grinsend. Ganz und gar nicht begeistert war er von der Leistung seiner Mannschaft eine Woche nach dem 3:1-Überraschungssieg über Rekordmeister Bayern. Wir konnten den Schwung nicht mitnehmen, sagte der Coach. Weder Torjäger Delron Buckley noch Nationalspieler Patrick Owomoyela konnten Akzente setzen. Mainz habe seine Mannschaft mit der Leistung in der ersten Hälfte überrascht, gestand Rapolder und machte Kollege Klopp Mut: So wie die Mainzer spielen, schaffen sie es.


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