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Rostocker Rydlewicz auf Tauchstation | 2005-03-01


Rostock - René Rydlewicz ist auf Tauchstation. Der Mittelfeldspieler des Fußball-Bundesligisten Hansa Rostock ist nach seiner vorläufigen Suspendierung wegen mehrerer nächtlicher Eskapaden vorerst weder für seine Mitspieler, den Verein noch für die Presse zu sprechen.

Auch Hansas Trainer Jörg Berger, der auf den 31-Jährigen auch im DFB-Pokalviertelfinale bei Arminia Bielefeld verzichten musste, hat mit dem Profi noch kein Wort gewechselt. Ich warte ab, wie sich die Dinge, die im Raum stehen, entwickeln, sagte der 60-Jährige, dem der Eklat um das unprofessionelle Verhalten mächtig aufstieß.

Wie die Zukunft von Rydlewicz, der bisher 133 Erstliga-Partien für die Hanseaten (insgesamt 263) bestritt und im Dress der Hansa-Kogge 23 Tore erzielte, bei Rostock aussieht, ist noch unklar. Nachdem er sich in einem mündlichen Gespräch zu den Vorwürfen, vor zwei Auswärtsspielen in der vergangenen Saison erst gegen 6.00 Uhr früh im Mannschaftshotel gewesen zu sein, nicht äußerte, wartet die Führungsetage des einzigen ostdeutschen Erstligisten nun seine schriftliche Stellungnahme ab. Erst dann können wir über eventuelle arbeitsrechtliche Schritte entscheiden, erklärte Hansas Vorstandsvorsitzender Manfred Wimmer im Fachmagazin Kicker.

Die Optionen einer möglichen Bestrafung sind vielfältig. Es könnte eine Geldstrafe oder Abmahnung sein, sagte Wimmer, der auch nicht ausschloss, dass Rydlewicz demnächst wieder für die Hanseaten aufläuft. Warum soll er nicht wieder für Hansa spielen. Das Arbeitsrecht gibt keine andere Lösung her. René ist vorher ja in dieser Richtung noch nie aufgefallen, meinte der 50-Jährige. Eine Erklärung dafür, dass das Ganze erst jetzt, ein dreiviertel Jahr später ans Tageslicht kommt, hat Wimmer auch: Wir stellen ja keine Leibwächter vor die Tür, sondern setzen auf den Verstand der Spieler. Und ich bin ehrlich: Für mich war so ein Fall außerhalb des Denkbaren.

In Rostock ist Rydlewicz nicht der erste Spieler, der durch nächtliche Sauftouren Negativ-Schlagzeilen produzierte. Bereits vor knapp zwei Wochen war der Namibier Razundara Tjikuzu wegen neuerlicher Fehltritte fristlos entlassen worden. Dennoch will Hansas Kapitän Mathias Schober nicht alle über einen Kamm scheren. Das sind einzelne Spieler, die aus dem Rahmen fallen. Die anderen sind ernsthafte Profis, die wissen, um was es geht und welche Vorbildfunktion sie haben, erklärte der 28 Jahre alte Torwart.


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