Bremen - Werder Bremens Siegeszug in der Fußball-Bundesliga hält an. Der deutsche Meister landete vor 37 492 Zuschauern im Weserstadion beim 4:0 (1:0) den fünften Sieg in Serie und fügte dem VfL Bochum die achte Auswärtsniederlage nacheinander zu.
Drei Tage nach der bitteren 0:3-Heimpleite in der Champions League gegen Olympique Lyon waren die Gäste aus dem Ruhrgebiet, die phasenweise wie ein Absteiger auftraten, für Werder kein Maßstab. Valerien Ismael (45. Minute), Frank Baumann (49.), Nelson Valdez (53.) und Johan Micoud (73.) trafen zum höchsten Heimsieg ihres Teams in dieser Saison, der die Bremer im Kampf um die Titelverteidigung weiter im Rennen hält.
Dabei hatte das Spiel für Werder sehr mühevoll angefangen. Vor heimischer Kulisse begann die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf schlecht wie lange nicht mehr, entwickelte nicht genügend Druck und agierte über weite Strecken ideenlos. Wir mussten sehr viel Geduld haben, das war ein sehr schweres Spiel, sagte Schaaf über die Partie gegen die extrem defensiven Gäste, die zunächst taktisch geschickt auftraten.
Anfänglich war auch Torhüter Christian Vander ein guter Rückhalt. Beim 1:0 der Gastgeber durch einen Kopfball von Ismael machte Vander, der kurz vor dem vierten Saisontreffer des Franzosen durch den Strafraum geirrt war, dann aber einen unsicheren Eindruck. Die erste Halbzeit war nicht so schön, die Beine waren schwer von Mittwoch. Aber das Tor vor der Halbzeit hat Sicherheit gegeben, sagte der Torschütze.
Am 0:2 war Vander erneut nicht ganz schuldlos. Werder-Kapitän Baumann traf in seinem 200. Bundesliga-Spiel mit einem Schuss aus 18- Metern. Danach hat Bochum ein bisschen aufgesteckt, meinte Baumann. Bezeichnenderweise war auch das zweite Werder-Tor durch einen Defensivspieler erzielt worden, denn in der Offensive waren die Hanseaten wie schon in der Champions League nicht überzeugend. Nationalstürmer Miroslav Klose, im Hinspiel noch dreifacher Torschütze, erwischte einen rabenschwarzen Tag und wurde in der 60. Minute gegen Aaron Hunt ausgetauscht. Der laufstarke Valdez hatte mehr gefährlichere Aktionen. In der 53. Minute belohnte er sich selbst für sein Engagement mit dem 3:0. Mittelfeld-Regisseur Micoud traf nach sehenswerter Vorarbeit von Hunt zum 4:0-Endstand (73.).
Nach dem Seitenwechsel zeigte Bremen eine Leistungssteigerung im Vergleich zum ersten Durchgang, Bochum präsentierte sich dagegen streckenweise wie ein Absteiger. Die Hoffnungen nach dem 3:1 in der Vorwoche gegen Freiburg auch auswärts nachzulegen, erfüllten sich nicht. Die Bremer haben uns teilweise in der zweiten Halbzeit vorgeführt und uns unsere Grenzen aufgezeigt, sagte VfL-Coach Peter Neururer. Symptomatisch für den schwachen Auftritt des Teams aus dem Ruhrgebiet war die 85. Minute: Die erste hochkarätige Möglichkeit schoss Vratislav Lokvenc freistehend am Tor von Andreas Reinke, der einen fast beschäftigungslosen Nachmittag erlebte, vorbei.
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