Bad Wörishofen - Alle Mann sind endlich an Bord, aber aus dem Vollen schöpfen kann Fußball-Trainer Hans Meyer vom 1. FC Nürnberg trotzdem nicht.
Der seit Wochen gesuchte Mittelstürmer ist immer noch nicht da, und bei der Übungseinheit des DFB-Pokalsiegers im Trainingslager im schwäbischen Bad Wörishofen stand der Club nicht komplett auf dem Übungsplatz. Wegen einer Knieverletzung kann Mittelfeldspieler Jaouhar Mnari vorerst nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Die Zwangspause wird für den tunesischen Nationalspieler womöglich ein Nachspiel haben. Mnari hatte vor drei Wochen für sein Heimatland in der Qualifikation für den Africa-Cup gespielt, obwohl der FCN dies untersagt hatte.
Wir müssen die nächsten ein, zwei Tage abwarten, sagte Meyer über den aktuellen Gesundheitszustand von Mnari, der beim ersten Testspiel der neuen Saison am Abend beim TSV Peiting nicht dabei war. Auch Verteidiger Javier Pinola musste zuschauen. Der Argentinier hat Probleme am Knie und muss sich in diesen Tagen mit Lauftraining und Gymnastik begnügen. Aber es ist nichts Ernsthaftes, betonte Meyer, der nach einer Woche Vorbereitungszeit mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden ist: Die Bedingungen sind gut, die Jungs machen gut mit.
Nachdem die Nationalspieler Tomas Galasek, Jan Polak (beide Tschechien), Iwan Saenko (Russland) und Jan Kristiansen (Dänemark) sich als Nachzügler im Fünf-Sterne-Hotel Sonnenhof einquartiert haben, ist der Konkurrenzkampf im FCN-Team voll entbrannt. Wir haben zwar auch ohne sie nicht anders trainiert, aber mit ihnen können wir ein sinnvolleres Elf-gegen-Elf spielen, sagte Meyer, dem der interne Wettstreit um die Stammplätze mehr als recht ist: Es ist doch eine feine Sache, wenn man mehr Alternativen hat.
Von den Neuverpflichtungen gelten der tschechische Torhüter Jaromir Blazek, der für 400 000 Euro Ablöse von Sparta Prag nach Franken kam und Mittelfeldspieler Peer Kluge (Borussia Mönchengladbach) als potenzielle Stammspieler. Auch der dänische Abwehrspieler Lars Jacobsen (FC Kopenhagen) und Mittelfeldspieler Zvjezdan Misimovic sind Spieler, die laut Meyer nicht nach Nürnberg gekommen sind, um freiwillig auf der Bank Platz zu nehmen. Von Misimovic, der ablösefrei vom VfL Bochum zum Club wechselte, ist der Trainer richtig begeistert. Wenn er auf dem Platz ist, sind wir fußballerisch besser, lobte Meyer den 25-jährigen Bosnier.
Dass der neue Mittelstürmer und Nachfolger des zum TSV 1860 München abgewanderten Markus Schroth weiter auf sich warten lässt, nimmt Meyer zumindest äußerlich gelassen zur Kenntnis. Am Ende wird es noch einer werden, den ich gar nicht wollte, scherzte der 64- jährige Thüringer am Dienstag. Im zähen Transfer-Poker bewegt sich im Augenblick wenig. Der Niederländer Danny Koevermans (AZ Alkmaar) und der Grieche Nikos Liberopoulos (AEK) sind die bisher bekannten Kandidaten. Wir rechnen weiter mit spitzem Bleistift, denn 500 000 Euro sind für uns nach wie vor viel Geld, sagte Sportdirektor Martin Bader in der Nürnberger Zeitung über den Stand der Stürmersuche.
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