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Sammer sieht Stuttgart im Aufwärtstrend | 2005-03-14


Dortmund - Aus der Reise in die Vergangenheit schöpfte Matthias Sammer Mut für die Zukunft. Der 2:0 (1:0)-Erfolg bei seinem langjährigen Arbeitgeber Borussia Dortmund stimmte den Trainer des VfB Stuttgart optimistisch.

Der Sprung auf den dritten Tabellenplatz ließ ihn die Sorge über das zuletzt angespannte Betriebsklima vergessen. Urplötzlich ist die Qualifikation für die Champions League wieder realistisch. Unruhe und Diskussionen müssen nicht immer negativ sein. Die Turbulenzen, die es gab, hatten alle das Ziel, den Verein weiterzubringen, sagte Sammer.

Der Doppelpack von Silvio Meißner (43. und 90.+1/Foulelfmeter) machte es leichter, bedenklichen Entwicklungen Positives abzugewinnen. Über die jüngste Forderung des seit 570 Spielminuten torlosen Nationalspielers Kevin Kuranyi nach einem namhaften Manager - von VfB-Präsident Erwin Staudt brüsk zurückgewiesen - wollte Sammer deshalb nicht mehr viel Worte verlieren. Bei zehn Punkten aus vier Spielen erübrigen sich alle Diskussionen um eine angeblich schwindende mannschaftliche Geschlossenheit. Der in der 48. Minute des Feldes verwiesene Fernando Meira nutzte die Gunst der Stunde zu einem Diskussionsbeitrag der besonderen Art: Als ich heute den Platz verließ, war zu sehen, wie das Team zusammenhält.

Der vor Wochen eingeleitete Verzicht von Sammer auf taktische und personelle Umstellungen macht sich offenbar bezahlt. Von der Unbekümmertheit vergangener Tage sind die einstmals als junge Wilde gefeierten Schwaben zwar mehr denn je entfernt, sie kehrten jedoch mit einer auf Sicherheit ausgerichteten Spielphilosophie auf Erfolgskurs zurück. Selbst in Unterzahl erspielte sich der VfB mehr hochkarätige Torchancen als der BVB.

Die beachtliche Ausbeute aus den Spielen gegen Hertha BSC (1:0), Bayer Leverkusen (1:1), Arminia Bielefeld (2:1) und Dortmund lässt den missratenen Rückrundenstart und die Schlappe im UEFA-Cup gegen den AC Parma mehr und mehr vergessen. Schon träumt Zvonimir Soldo von einer Rückkehr auf die europäische Bühne: Wir wollen auch im nächsten Jahr wieder international spielen.

Nur bei einer Frage gab sich der sonst ungewohnt redselige Sammer einsilbig. Über seine Empfindungen angesichts der ersten Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte mochte er nicht sprechen. Dennoch ist ihm das Schicksal der von Insolvenz bedrohten Dortmunder, für die er über elf Jahre als Spieler und Trainer tätig war, alles andere als gleichgültig. Er hofft auf weitere Bundesliga-Duelle mit dem BVB: Es ist nur schwer zu verstehen, was hier passiert. Aber ich drücke der Borussia die Daumen.


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