Loulé - Das Endspiel verloren, an Respekt gewonnen: Trotz der 0:1-Niederlage gegen Olympiasieger USA im Finale um den 12. Algarve Cup blicken die deutschen Fußballfrauen voller Zuversicht auf die in 81 Tagen beginnende Europameisterschaft in England.
Wir haben uns in Portugal sehr gut verkauft. Ich bin sowohl mit dem Abschneiden als auch mit dem Auftreten meiner Mannschaft sehr zufrieden, bilanzierte DFB-Trainerin Tina Theune-Meyer nach dem sechstägigen Turnier an der portugiesischen Küste.
Zwar fehlten nach drei Vorrundensiegen gegen Schweden (2:1) und Norwegen (4:0) sowie China (2:0) gegen das verjüngte US-Team am Ende Kraft, Konzentration und auch ein wenig Glück, um das 0:1 von Christie Welsh (23.) noch auszugleichen. Doch Theune-Meyer versprach, dass Manko der Chancenverwertung bis zum EM-Turnier noch auszumerzen. Zeit für die Feinabstimmung bleibt TTM noch genug. Hier hat manchmal noch das letzte Timing, der letzte Tick gefehlt. Wir müssen daran arbeiten, mehr Torchancen zu erspielen und diese dann konsequent zu nutzen.
Positiv ist, dass es dem Weltmeister gelang, in Portugal die versammelte europäische Konkurrenz hinter sich zu lassen. Denn gleich sechs Teams, die beim Algarve Cup am Start waren, treffen die deutschen Damen bei der EM-Endrunde vom 5. bis 19. Juni wieder. Alle landeten hinter der DFB-Elf. Schon jetzt zeichnet sich ab, wer dem DFB-Team beim kontinentalen Championat den sechsten Titel streitig machen könnte. Allein der WM- und EM-Zweite Schweden und die Französinnen, die Schweden im Spiel um Platz drei mit 3:2 bezwangen, sind derzeit ernsthafte Rivalen auf europäischer Ebene. Dänemark und Norwegen haben allenfalls Außenseiterchancen.
Selbst die sehr selbstkritische DFB-Spielführerin Birgit Prinz sieht der EM trotz ihres Ärgers über das verlorene Endspiel relativ gelassen entgegen. Dabei macht der zur besten Turnierspielerin gekürten Stürmerin auch die Leistung gegen die USA Mut. Wir hatten mehr Spielanteile und sie eigentlich ganz gut im Griff, meinte die 27-Jährige, die in der 16. Minute die Führung auf dem Fuß hatte. Doch ihr Schuss aus 17 Metern verfehlte das Tor ganz knapp. Ich hätte 20 Zentimeter mehr nach links schießen müssen, antwortete Prinz auf die Frage, was gegen die USA falsch gelaufen sei.
Bis zum Beginn des letzten großen Turniers als DFB-Cheftrainerin steht Theune-Meyer vor einem nicht ganz einfachen Luxusproblem. In den kommenden Wochen muss die 51-Jährige aus einer Vielzahl guter Spielerinnen jene 20 herausfiltern, die mit zur EM dürfen. Es wird Härtefälle geben, denn die Talente drängen nach. Wir haben viele Alternativen. Einige junge Spielerinnen haben wir hier getestet, einige Akteurinnen haben wir noch zu Hause, sagte Theune-Meyer, die das Gros des EM-Kaders bis zu den letzten Test-Länderspielen am 21. und 24. April gegen Kanada beisammen haben will.
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