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Enttäuschende Schalker nur 1:2 beim FSV Mainz | 2005-03-20


Mainz - Der FC Schalke 04 hat die Tabellenführung nach nur einer Woche wieder an Rekordmeister Bayern München abgegeben und im Kampf um den Titel einen herben Rückschlag hinnehmen müssen.

Die Königsblauen verloren nach einer enttäuschenden Leistung bei Aufsteiger FSV Mainz mit 1:2 (0:1) und kassierten dabei bereits nach 19 Sekunden durch Fabian Gerber das schnellste Tor der Saison. Dem Brasilianer Lincoln gelang durch einen verwandelten Foulelfmeter (70. Minute) das 1:1, doch Michael Thurk stellte den Mainzer Sieg (79.) sicher. Für die Gelsenkirchener war es vor 20 300 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Bruchweg die erste Niederlage in der Fußball-Bundesliga seit dem 29. Januar beim 0:2 in Kaiserslautern.

Das war kein normales Spiel. Wir waren die aggressivere Mannschaft und haben klarer nach vorne gespielt, sagte Matchwinner Thurk und wünschte dem Gegner viel Glück für die Zukunft: Ich hoffe, Schalke macht es dieses Jahr. Gelsenkirchens Torhüter Frank Rost sieht im Titelkampf keine Vorentscheidung gefallen: Wir sind Zweiter und haben alle Möglichkeiten. Wir sollten die Chancen, nicht die Risiken sehen.

Eine Woche nach dem 1:0-Erfolg im Bundesliga-Gipfel gegen Bayern München waren die Schalker durch das Blitztor der Mainzer geschockt und traten über weite Strecken behäbig sowie ideenlos auf. Dagegen bot Mainzer eine kampfstarke Leistung und lebten den Gästen Leidenschaft vor.

Wir müssen mutig nach vorne spielen, forderte FSV-Trainer Jürgen Klopp vor dem Spiel. Sein Team beschenkte sich prompt: Nach Flanke von Thurk verlängerte Niclas Weiland auf Gerber, der freistehend zum 1:0 einköpfte. So schnell wie der Mittelfeldakteur mit seinem fünften Saisontreffer war in dieser Spielzeit nur der Wolfsburger Thomas Brdaric, der am 21. November beim 1:3 gegen den Hamburger SV nach 19 Sekunden getroffen hatte. Für Gäste-Torhüter Rost war es das erste Gegentor nach 322 Minuten.

Die übertölpelten Schalker benötigten nach dem frühen Rückstand einige Minuten, um die verbal eröffnete Jagd auf die Bayern auch auf dem Platz anzugehen. Mehrfach versuchten sie vergeblich, den schnellen Ailton, der noch am Abend zu seinem kranken Vater nach Brasilien fliegen wollte, mit Steilpässen in Szene zu setzen. Die einzige gute Chance vor der Pause hatte Marcelo Bordon (12. Minute), der in seinem 150. Bundesliga-Spiel mit einem Kopfball am Mainzer Keeper Dimo Wache scheiterte. In der Defensive offenbarte die Ruhrpott-Elf Unsicherheiten: Lincoln rettete in der 31. Minute nach einem Kopfball von Manuel Friedrich auf der Linie.

Auf dem Rasen ging es zwischen dem Aufsteiger und dem Meisterschaftskandidaten teilweise so hart zu wie hinter den Kulissen, wo es Riesenstreit und Klageandrohungen beim Transfer des verletzten Mimoun Azaouagh gibt. Der Revierclub will die Ablöse in Höhe von 650 000 Euro plus 350 000 Euro Zuschlag bei Erreichen der Champions League nicht zahlen, und wirft den Mainzern arglistige Täuschung vor. Im Spiel streckte Schalkes Brasilianer Lincoln den Mainzer Benjamin Auer nach einer guten halben Stunde nieder, Niels Oude Kamphuis setzte sich ähnlich unfair gegen Benjamin Weigelt durch.

Ausgerechnet Kamphuis wurde in der 70. Minute von Nikolce Noveski im Strafraum gelegt. Den Strafstoß verwandelte Lincoln mit einem platzierten Schuss, Wache hatte die Ecke geahnt. Doch Thurk machte später die Schalker Hoffnungen zunichte.


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