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Beckenbauer-Rüge für Streit um WM-Quartier | 2004-09-28


München - Franz Beckenbauer hat in dem eskalierten Streit um das Quartier der Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 die Konfliktparteien mit deutlichen Worten gerügt und sie zu einem klärenden Gespräch aufgefordert.

Zugleich relativierte der Präsident des deutschen WM-Organisationskomitees die Bedeutung der Leverkusener Bayer AG bei der WM-Vergabe. Die Quartier-Sache ist ein heilloses Dilemma, sagte Beckenbauer bei einer Veranstaltung des Pay-TV-Senders Premiere in München. Wenn man nicht miteinander redet, wird man nicht da raus kommen, sagte er an die Adresse der Führung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Bundestrainer Jürgen Klinsmann und der Verantwortlichen in Leverkusen, wo die DFB-Elf nach den noch in der Amtszeit des früheren DFB-Teamchefs Rudi Völler vorgenommenen Planungen in zwei Jahren trainieren soll. Die sollen sich zusammen setzen, nur so gehts. Der Liebe Gott hat uns Menschen die Sprache gegeben, damit man miteinander redet, sagte der Kaiser und stellte fest: Das OK hat damit nichts zu tun.

Insbesondere Klinsmann und der designierte geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger hatten sich in den vergangenen Tagen über die Medien einen vehementen verbalen Schlagabtausch in der Quartierfrage geliefert. Klinsmann hat sich das letzte Wort bei der Entscheidung ausbedungen. Zwanziger will an den Absprachen mit Bayer Leverkusen festhalten. Das Mitteilungsbedürfnis ist ohne Grenzen, kritisierte Beckenbauer den über die Medien ausgetragenen Konflikt.

Der frühere DFB-Teamchef zeigte grundsätzlich Verständnis für Klinsmanns Forderung, seine eigenen Vorstellungen zu entwickeln und durchzusetzen: Das Quartier in Leverkusen war Rudi-Völler-Handlung. Allerdings gab Beckenbauer dem Bundestrainer zu bedenken, dass Zusagen und Verträge eingehalten werden sollten, wenn sie bestehen.

Dass die deutsche Mannschaft in Leverkusen trainieren soll, war vom DFB als Kompensation dafür gedacht, dass die BayArena als WM-Spielort nicht zum Zuge gekommen war und der Chemie-Riese Bayer sich bei der WM-Vergabe finanziell mit einem Millionen-Betrag engagiert hatte. Doch das zählt für Beckenbauer nicht. Die Bayer AG war einer von acht Sponsoren. Wir waren dankbar, dass sie im Sponsoren-Pool war. Aber Bayer hat bei der Vergabe der WM keine Rolle gespielt.


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