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Argentinien und Mexiko bei Copa vor WM-Revanche | 2007-07-09


Caracas - Der Mann mit der kalten Brust hatte wieder einmal heiße Füße: Mit einer Weltklasse-Leistung führte der daheim in Argentinien wegen seiner oft apathischen Spielwiese oft kritisierte Juan Riquelme seine Gauchos ins Halbfinale der Copa América in Venezuela.

Der zweimalige Fußball-Weltmeister ließ Peru beim 4:0 (0:0)-Viertelfinalerfolg in Barquisimeto keine Chance. Riquelme, von seinen Kritikern spöttisch Pecho Frio (Kalte Brust) gerufen, wurde mit Lob überschüttet. Er war der alles überragende Mann, schrieb die Onlineausgabe der Zeitung Clarin und schwärmte vom 45-minütigen Traumfußball der zweiten Halbzeit.

Eine Galavorstellung lieferte auch Mexiko ab. Die Azteken-Kicker schickten Paraguay mit einer demütigenden 6:0 (3:0)-Packung auf die Heimreise. Nun kommt es im Kampf um die Final-Teilnahme zur WM-Revanche Argentinien - Mexiko. In Deutschland hatten vor einem Jahr die Argentinier in der Verlängerung 2:1 die Oberhand behalten. Aber auch wegen der großen Rivalität wird ein heißes Duell erwartet. Wir respektieren alle Gegner, aber wir wollen um jeden Preis den Titel holen, sagte der Mexikos Coach Hugo Sánchez. Riquelme gibt sich bescheidener: Das wird ein ganz, ganz schweres Spiel.

Gegen Peru war er auf dem Platz weniger zurückhaltend. Riquelme, der nach der WM 2006 auf Grund der Kritik von Medien und Fans sowie auf Bitten seiner Mutter von der Albiceleste zurückgetreten war, um dann kurz vor der Copa ein überraschendes Comeback anzukündigen, zog die Fäden und schoss die Tore. Er brachte sein Team per Linksschuss in Führung (46. Minute). Nach seinem Traumpass erhöhte Lionel Messi (60.), ehe Javier Mascheranos (74.) und erneut Riquelme (85.) trafen.

Der Sieg war verdient und hätte sogar noch höher ausfallen können. Die Peruaner hielten nur 45 Minuten mit. HSV-Stürmer Paolo Guerrero erlitt eine Verletzung und wurde durch Pedro Garcia ersetzt (54.). Der frühere Bayern-Profi Claudio Pizarro (FC Chelsea) spielte durch, hatte aber gegen die sichere argentinische Abwehr keine Torchance.

Auch die Mexikaner bestätigten ihre gute Form. Gegner Paraguay war chancenlos. Mitentscheidend für den Spielverlauf war der Platzverweis des paraguayischen Torwarts Aldo Bobadilla schon in der 2. Minute. Der Wolfsburger Jonathan Santana musste daraufhin vom Feld und machte Ersatzkeeper Joel Zayas Platz. Bayern-Profi Roque Santa Cruz spielte zwar durch, konnte in einer schwachen Elf aber kaum Akzente setzen.

Ganz anders die Mexikaner, die in Venezuela ohne die Stuttgarter Pavel Pardo und Ricardo Osorio antreten: Nery Castillo (5./38.), Gerardo Torrado (26.), Fernando Arce (78.), Cuauhtémoc Blanco (85.) und Omar Bravo (90.) beteiligten sich am munteren Schützenfest. Sie sorgten dafür, dass das Sanchez-Team nach drei Siegen, darunter einem über den fünfmaligen Weltmeister Brasilien, für die Medien sogar zum Copa-Favoriten aufgestiegen ist. Sie spielen so gut, dass sie Angst wecken, meinte selbst ein brasilianischer Reporter anerkennend.

Ins Semifinale waren zuvor die Mitfavoriten Brasilien (6:1 gegen Chile) und Uruguay (4:1 gegen Venezuela) eingezogen. Die Copa América, das älteste Kontinental-Turnier der Welt, wird seit 1916 ausgespielt. Rekordgewinner sind Argentinien und Uruguay mit je 14 Titeln. Brasilien siegte 7 Mal. Mexiko spielt im ursprünglich nur für Südamerikaner gedachten Turnier seit einigen Jahren als Gast mit.


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