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Legia-Präsident geschockt über Hooligans | 2007-07-09


Warschau/Vilnius - Mit Wut und Bestürzung hat der Fußballclub Legia Warschau auf die Ausschreitungen polnischer Hooligans beim UI-Cup-Spiel in Vilnius reagiert.

Ich bin schockiert, dass sich Menschen aus einem zivilisierten Land so verhalten. Das sind Wilde, die in einer normalen Gesellschaft nicht leben können. Mit Fans haben sie nichts gemein, empörte sich Legia-Präsident Leszek Miklas. Das ist ein Skandal, wie ich ihn noch nie gesehen habe! Wir werden dafür sorgen, dass keiner der Banditen, die wir identifizieren, jemals wieder ins Stadion kommt.

Legia-Anhänger hatten den Spielabbruch beim Zweitrunden-Hinspiel des UI-Cups in der litauischen Hauptstadt provoziert, als hunderte von ihnen zur Halbzeit auf den Rasen stürmten. Als es zur Rasenschlacht mit der Polizei und Sicherheitskräften kam, brach der Schiedsrichter die Partie beim Stand von 2:0 für die Gastgeber von Vetra Vilnius ab. Ein Polizist und fünf Fans wurden leicht verletzt. Rund 100 Hooligans wurden vorübergehend festgenommen, noch am Abend aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ich hätte nicht gedacht, dass wir so eine Schande erleben, klagte Legia-Vorstandsmitglied Jaroslaw Ostrowski. Er kritisierte die mangelnden Einlasskontrollen: Auch völlig betrunkene Fans hätten das Stadion betreten dürfen. Selbst Transparente mit Nazi-Aufschriften seien von den Ordnern geduldet worden.

Die polnischen Fernsehsender TVN und TVP haben dem Legia-Chef zugesagt, sämtliches Filmmaterial zur Identifizierung der Hooligans zur Verfügung zu stellen. Die Gesichter von vielen von ihnen sind ausgezeichnet zu erkennen, sagte Miklas. Er sei auf jede Entscheidung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vorbereitet, versicherte der Vereinspräsident und klagte über das keineswegs neue Hooligan-Problem bei Legia: Ich erinnere mich an kein Spiel in Europa, nach dem wir keine Strafe zahlten. Die UEFA muss über die Wertung des Skandalspiels kurzfristig entscheiden.

Es war furchtbar. Die polnischen Rowdies wollten alles zerstören, sagte Valdemaras Kundrotas, Sprecher des litauischen Fußball-Verbandes. Vorwürfe, die Sicherheitsvorkehrungen könnten nicht ausreichend gewesen sein, wies er strikt zurück: Das kann man klar auf Video sehen: Da waren viele Sicherheitskräfte und Polizisten in voller Ausrüstung. Am Anfang sei die Polizei zu human gewesen, um die polnischen Fans nicht zu provozieren, meinte Kundrotas.

Nach Meinung von Legia-Trainer Jan Urban hätte das Spiel angesichts der schlechten Sicherheitsvorkehrungen dagegen gar nicht stattfinden dürfen. In Polen würde bei einer so schwachen Sicherung sicher niemand das Spiel erlauben, sagte er der Zeitung Rzeczpospolita.


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