Bielefeld - Die eklatante Auswärtsschwäche in der Fußball- Bundesliga kann Bayer Leverkusen die Teilnahme am internationalen Geschäft in der kommenden Saison kosten. So wie wir heute gespielt haben, können wir froh sein, wenn wir beim Vorbereitungsturnier auf Gran Canaria dabei sind, grantelte Trainer Klaus Augenthaler nach der 0:1 (0:0)-Niederlage bei Arminia Bielefeld.
Bei nur drei Siegen in 14 Auswärtspartien ist der einstige Champions-League-Finalist auf den siebten Platz zurückgefallen. Da müssen wir schon viel Glück haben, wenn wir unsere Ziele noch erreichen wollen. Gerade gegen die so genannten Kleinen müssten wir eigentlich punkten, gab Mannschaftskapitän Carsten Ramelow zu.
Die nach dem Tor-Debüt des Bielefelders Radomir Djalovic (66.) auf die Verliererstraße geratene Bayer-Elf zeigte wie so oft ihr zweites Gesicht. So kann man nicht Fußball spielen. Keine Leidenschaft, kein Biss, zu kompliziert, befand Augenthaler. Auch Nationalspieler Bernd Schneider war enttäuscht. Das war ein Rückschlag. Wir haben heute eine gute Möglichkeit vergeben, meinte der Mittelfeldspieler, der seinem Team kaum Impulse geben konnte.
Auch die unter der Woche mit ihren Nationalmannschaften in der WM- Qualifikation erfolgreichen Stürmer Dimitar Berbatow und Andrej Woronin, dem im Hinspiel noch drei Treffer gelangen, blieben wirkungslos. Ganze zwei gute Torchancen durch Jacek Krzynowek (13.) und Berbatow (82.) brachte die Bayer-Elf zu Stande. Es sagt ja genug, wenn der junge Castro noch der Beste war, sagte Augenthaler und kündigte seinen etablierten Spielern harte Zeiten an. Ich werde auf große Namen keine Rücksicht mehr nehmen.
Matchwinner beim zuvor drei Mal sieglosen Pokal-Halbfinalisten war der junge Serbe Djalovic. Der im Winter von NK Zagreb ausgeliehene 22 Jahre alte Angreifer erhielt nach den vielen Verletzungen im Team der Arminia nach zuvor drei Kurzeinsätzen erstmals einen Platz in der Startelf. Eine Flanke von Ervin Skela nutzte der junge Stürmer nach 66 Minuten zum Siegtreffer. Dieses Tor widme ich unserem Betreuer Obarcanin. Er hat mich immer wieder aufgebaut, wenn ich nicht gespielt habe, sagte der Torschütze. Für den Jungen freut es mich besonders, er hat eine harte Zeit durchgemacht und nie aufgegeben, meinte Trainer Uwe Rapolder.
Mit nunmehr 35 Punkten hat sich der beste aller drei Aufsteiger vom Abstiegskampf wohl verabschiedet. Wir sind zwar vorsichtig, aber es spricht doch einiges dagegen, dass wir noch Probleme bekommen, befand Arminias Präsident Hans-Hermann Schwick. Dementsprechend kann der Club, der noch um den Einzug ins Pokal-Finale kämpft, die Personalplanungen vorantreiben. Mit mindestens drei Neuzugängen planen die Ostwestfalen, außerdem soll Torjäger Delron Buckley gehalten werden. Da bin ich zuversichtlich. Buckley hat hier seine fußballerische Auferstehung gefeiert. Wenn er bleibt, kann er der König von Bielefeld werden, sagte Schwick.
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