Kaiserslautern - Pfiffe und vereinzelte Jara raus-Rufe nach der 0:2 (0:0)-Heimpleite gegen Hannover 96 haben den Verbleib von Coach Kurt Jara in der Pfalz in Frage gestellt.
Ich höre solche Rufe nicht, aber ich mache mir meine Gedanken, sagte der 54-jährige Österreicher trotzig auf die Frage, ob derartige auf seine Person zielenden Unmutsäußerungen Auswirkungen auf seine immer noch nicht vollzogene Vertragsverlängerung beim 1. FC Kaiserslautern hätten.
Ich verstehe nicht, warum immer der Trainer in der Kritik stehen muss, meinte Jara sichtlich enttäuscht. Der Zorn der Zuschauer sollte sich gegen die Spieler richten, die solche Euphorie schüren, sagte Jara. Dann sollten jene Akteure sich auch entsprechend reinhängen. Ohne Namen zu nennen, konnte er nur den von ihm erneut ausgewechselten Ciriaco Sforza gemeint haben. Der 35 Jahre alte Schweizer hatte immer wieder den UEFA-Cup als machbares Saisonziel ausgegeben und damit kontraproduktiv Jaras korrigiertes Ziel der UI- Cup-Teilnahme unterminiert.
Mit solchen Leistungen haben wir im UEFA-Cup absolut nichts zu suchen. Der UI-Cup ist das Höchste der Gefühle, meinte Jara, dessen Realismus Unterstützung durch nüchterner denkende FCK-Spieler erhielt. Der UI-Cup war und ist unser Ziel. Ich habe Ciri gesagt, dass er uns durch solche Aussagen unter Druck setzt und falsche Hoffnungen bei den Fans weckt, kritisierte Kapitän Timo Wenzel den Schweizer für dessen durch nichts gerechtfertigtes Anspruchsdenken.
Auch Torwart Thomas Ernst zeigte Verständnis für die Verärgerung des offenbar nicht bei allen Pfälzer Fans beliebten Coaches: Den Trainer in Frage zu stellen, ist ein absoluter Witz. Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Nachdem wir im Abstiegskampf die Kurve gekriegt haben, ist der UEFA-Cup ein paar Nummern zu groß. Die Kritik müsse nicht am Trainer, sondern an der Mannschaft festgemacht werden. Und diese habe nun mal ein grottenschlechtes Scheißspiel abgeliefert. Ernst weiter: Wir dürfen uns jetzt nicht durch einen solchen Zirkus auseinander dividieren lassen.
Ernsts Gegenüber, der vom ideenlosen FCK kaum geprüfte Robert Enke, blieb nach dem erst zweiten Sieg der 96er auf dem Betzenberg auf dem Boden der Realitität: Der UI-Cup ist genau das richtige Ziel für uns. Alle anderen Mannschaften, die über uns stehen, haben mehr Qualität. Damit lag Enke auf einer Linie mit seinem Trainer Ewald Lienen (Der UEFA-Cup ist etwas anderes), der über das glückliche Ende der Auswärtsmisere sagte: Nach den nicht belohnten guten Leistungen in Schalke und Wolfsburg waren wir mal wieder dran.
Ein glückliches Händchen hatte Lienen mit der Einwechslung des zweifachen Torschützen Jiri Kaufman (72./90.). Mit seinen ersten Saisontoren beendete der zuvor an Energie Cottbus ausgeliehene und nach seiner Rückkehr an die Leine nur zu Kurzeinsätzen gekommene Tscheche vor 32 337 Zuschauern nicht nur die FCK-Heimserie von neuen Spielen ohne Niederlage. Der 26-Jährige lieferte auch beste Argumente für eine Vertragsverlängerung.
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