Frankfurt/Main - Das DFB-Sportgericht hat den ersten Spieler im Zuge des Wettskandals rechtskräftig verurteilt. Thijs Waterink vom Regionalligisten SC Paderborn 07 wurde wegen unsportlichen Verhaltens in Tateinheit mit passiver Bestechung bis zum 31. Juli gesperrt.
Der SC Paderborn wird Waterink, der seit Bekanntwerden der Affäre um Ex-Referee Robert Hoyzer vom Club bis zur endgültigen Klärung suspendiert worden war, nun eine fristlose Kündigung ins Haus schicken. Das bestätigte SC-Geschäftsführer Michael Born. Wir hatten dem Spieler eine einvernehmliche Vertragsauflösung angeboten. Die hat er durch seinen Anwalt abgelehnt, sagte Born der dpa. Und: Ich denke, es liegen nun aber genügend Gründe für eine fristlose Kündigung vor.
Der 36 Jahre als Niederländer hat nach Eingang der Kündigung 14 Tage Zeit, Kündigungsfristklage einzureichen. Born glaubt aber nicht, dass er dass tun wird. Auf die Begründung wäre ich gespannt. Waterinks Vertrag wäre am 30. Juni ausgelaufen, so dass er nach der Sperre durch den DFB ohnehin nicht mehr für Paderborn spielen könnte.
Waterink hatte vor dem vom damaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer manipulierten Erstrunden-Pokalspiel des SC Paderborn gegen den Hamburger SV (4:2) am 21. August vorigen Jahres 10 000 Euro von einem ihm unbekannten, südländisch anmutenden Mitbürger mit dem Hinweis erhalten, dass er das Geld im Falle eines Paderborner Sieges behalten könne. Nach der Partie im Hermann-Löns-Stadion war das Geld unter den SC-Spielern verteilt worden. Jeder Akteur erhielt 500 Euro. Das hatte der SC Paderborn im Zuge der Ermittlungen und Untersuchungen durch den DFB Ende Januar 2005 bestätigt.
Am 11. Februar endete das Sportgerichts-Verfahren wegen des nachweislich manipulierten Pokalspiels Paderborn - HSV mit einem Vergleich. Die Partie wurde nicht wiederholt, dafür wurde der HSV mit insgesamt zwei Millionen Euro vom DFB entschädigt.
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