Potsdam - Nach dem rasenten Sturmlauf im UEFA-Cup-Halbfinale träumen die Fußball-Frauen vom 1. FFC Turbine Potsdam nun vom ganz großen Coup und dem zweiten Pokalgewinn eines deutschen Teams.
Gegen Norwegens Champion Trondheim Orn siegte der deutsche Meister und Pokalsieger nach verschlafener erster Halbzeit sensationell glatt mit 4:0 (0:0) und steht vor dem Rückspiel schon mit einem Bein im Finale, in dem der Gewinner der Partie Arsenal London - Djurgarden Stockholm (Hinspiel 1:1) der Gegner ist.
Das 4:0 ist ein Traum. Das lassen wir uns in Norwegen nicht mehr nehmen, die Chancen stehen doch mindestens 80:20 für uns, sagte Mannschaftskapitän Ariane Hingst. Überragende Akteurin war Auswahlstürmerin Conny Pohlers mit drei Treffern (54., 56., 86.), ein Tor steuerte Petra Wimbersky (73.) bei.
Nachdem die Titelverteidigung in der deutschen Meisterschaft nach zwei Niederlagen gegen den 1. FFC Frankfurt unmöglich scheint, denken die Potsdamer nach der jetzt schon gelungenen Premiere auf dem europäischen Fußball-Parkett an die nächste Saison. Wir müssen unbedingt auf europäischer Ebene spielen, das ist ein ganz anderes Niveau. Nur das kann unser Ziel sein, gab Trainer Bernd Schröder schon indirekt die Parole Cup-Gewinn aus. Dies war bislang nur den Frankfurter Damen im Jahr 2002 gelungen.
Dabei weiß der 62 Jahre alte Fußball-Lehrer um die besondere Bedeutung des möglichen Pokalgewinns seiner Mannschaft. Die Meisterschaft ist für uns abgefahren, da machen wir uns keine Illusionen. Nur über den Gewinn des UEFA-Pokals können wir in der nächsten Saison international mitmischen. Doch bis dahin ist es für uns noch ein weiter Weg, so Schröder. Wegen des bekannteren Namens hoffen alle Potsdamerinnen auf Arsenal als Endspielgegner.
Während Schröder und seine Spielerinnen pflichtbewusst vor dem Rückspiel warnten, sieht Trondheims Trainer Trond Nordstein die Chance seiner Mannschaft auf das Finale bei null Prozent. Als Werbung für den deutschen Fußball, beurteilte Theo Zwanziger, der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball- Bundes die tadellose Vorstellung des 1. FFC Turbine. Der Funktionär, der das Spiel neben Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und Bundestrainerin Tina Theune-Meyer auf der Tribüne verfolgte, sieht für Potsdam auch im Rückspiel am Samstag keine Probleme mehr.
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