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Köln wieder Spitze - Fans in Karnevalsstimmung | 2005-04-12


Köln - Die Fans des 1. FC Köln lagen sich schunkelnd nach dem 3:2-Erfolg gegen die SpVgg Greuther Fürth in den Armen und sangen Nie mehr 2. Liga, doch Trainer Huub Stevens mochte die Aufstiegsparty noch nicht mitfeiern.

Die letzten 20 Minuten des Zweitliga-Spitzenspiels gegen die SpVgg waren so gar nicht nach dem Geschmack des Perfektionisten. Denn seine Elf hätte fast noch den nach 51 Minuten herausgeschossenen, vermeintlich sicheren 3:0-Vorsprung verspielt. Da haben wir die Ordnung verloren und zu nachlässig agiert. Das darf einer Super-Mannschaft nicht passieren, grantelte der Niederländer.

Gleichwohl wertete auch Stevens den Sieg gegen die Franken als guten Schritt auf dem Weg zur Rückkehr in die Eliteliga, aber wir haben noch sechs ganz wichtige Spiele. Immerhin verdrängten die Rheinländer dank des besseren Torverhältnisses wieder den punktgleichen MSV Duisburg von der Spitze. Für Stevens war es noch wichtiger, vor 40 000 Fans im RheinEnergieStadion den Abstand zu den übrigen Aufstiegskonkurrenten vergrößert zu haben. Ein Sonderlob für Griechenlands Europameister Vasileios Tsiartas, der an allen FC-Toren beteiligt war und im ersten Spiel nach drei Monaten Verletzungspause überzeugte, konnte Stevens sich nicht abringen: Ich spreche nicht über Einzelne.

Der zweifache Torschütze Matthias Scherz (29./51.), der die Führung von Lukas Podolski (24./Handelfmeter) ausgebaut hatte, sprach angesichts des Acht-Punkte-Polsters auf die Fürther (Rang vier) von einem Riesenschritt zum Aufstieg. Sein Sturmpartner Podolski dagegen konnte sich über sein 20. Saisontor nicht recht freuen. Die Schlussphase hatte ihm die Laune verdorben. Wenn wir so spielen wie in der zweiten Hälfte, können wir den Aufstieg vergessen.

In der Tat war es unerklärlich, wie die Geißböcke das Spiel aus der Hand gaben. Das Aufbruchsignal bei der SpVgg, bei der es unter der Woche richtig gekracht hatte, gab Jörg Albertz. 49 Sekunden nach seiner Einwechslung (70.) verkürzte der ehemalige Nationalspieler per Kopf zum 1:3 - und setzte damit auch bei den Mitspielern neue Kräfte frei. Das 2:3 durch den von Trainer Benno Möhlmann in der Vorwoche als Kapitän abgesetzten Petr Ruman (79.) kam dann aber doch zu spät.

Möhlmann (Alle Gegentore waren Geschenke) haderte vor allem mit dem Elfmeterpfiff, weil dem Handspiel Markus Feinbiers seiner Meinung nach ein Foul von Lukas Sinkiewicz vorausging. Markus wird runter gedrückt und reißt die Arme hoch. Trotz der Niederlage war Möhlmann nicht ganz unzufrieden, weil die Elf sich im Gegensatz zu den vorigen Spielen wieder als Mannschaft präsentierte: Daher habe ich die Hoffnung, dass wir bis zum Schluss im Aufstiegsrennen dabei sind.

Köln und Duisburg (55 Punkte) können sechs Spieltage vor dem Saisonende wohl schon die Aufstiegsfeiern planen. Dahinter wird vermutlich das Quintett mit TSV 1860 München (48), Greuther Fürth (47), Eintracht Frankfurt (46) sowie Alemania Aachen und Erzgebirge Aue (beide 44) den dritten Aufsteiger unter sich ausmachen.


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