München - Im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga werden die Karten neu gemischt. Eintracht Frankfurt war der große Gewinner des 29. Spieltag und stürmte mit dem 5:0-Schützenfest beim FC Erzgebirge Aue erstmals in dieser Saison auf einen Aufstiegsplatz.
Dagegen blieben der 1. FC Köln und der TSV 1860 München den Beweis ihrer Erstliga-Reife schuldig. Der Spitzenreiter kassierte beim Tabellenletzten LR Ahlen eine empfindliche 0:1-Pleite, und die Münchner Löwen verspielten beim 1:1 gegen den 1. FC Saarbrücken in der Schlussphase den Sieg.
Das ist ein Rückschlag. Wenn am Ende der Ausgleich durch einen Sonntagsschuss fällt, ist das besonders bitter, sagte 1860-Trainer Reiner Maurer, der Platz drei an seinen Kollegen Friedhelm Funkel verlor. Aber lieber wäre mir, wir sind am 34. Spieltag Dritter, meinte der Eintracht-Coach nach Frankfurts höchsten Zweitliga-Auswärtssieg, aber wir haben den Aufstieg selbst in der Hand.
Während dem MSV Duisburg im Spitzenspiel ein Punkt bei Alemannia Aachen zur Rückkehr an die Tabellenspitze reicht, hat die SpVgg Greuther Fürth den Aufstieg vorerst abgehakt. In den letzten sechs bis acht Spielen haben wir nicht die Qualität bewiesen, die man im Endspurt um den Aufstieg braucht, meinte Trainer Benno Möhlmann.
Im Kampf um den Klassenverbleib gelang der SpVgg Unterhaching im ersten Spiel ohne den zurückgetretenen Cheftrainer Andreas Brehme und Heribert Deutinger als neuem Cheftrainer mit dem 2:0 gegen den Karlsruher SC durch die Tore von Francisco Copado (86./Foulelfmeter) und Angelo Vaccaro (90.+1) ein erster Befreiungsschlag. Stefan Reisinger (22.) und Tom Geisler (74.) schossen Wacker Burghausen mit dem 2:0 bei Eintracht Trier endgültig in Sicherheit.
Vor 15 000 Zuschauern im ausverkauften Erzgebirgestadion stoppten die Frankfurter Benjamin Köhler (2./58.), Arie van Lent (45.) mit seinem 15. Saisontor, Patrick Ochs (50.) und Du Ri Cha (74.) die Erfolgsserie der in zuvor neun Heimspielen ungeschlagenen Sachsen. Frankfurts Freude über den höchsten Auswärtssieg trübte die Verletzung von Alexander Schur, der in der 24. Minute mit Verdacht auf Kreuzbandriss vom Platz musste.
Die Münchner Löwen, als einziges Team in der Rückrunde noch ungeschlagen, verpassten vor 19 100 Zuschauern die Revanche für die 1:4-Hinspielblamage. Nach Münchens Führung durch Paul Agostino (4.) bestrafte Saarbrückens Yilmaz Örtülü (89.) die Abschlussschwäche von 1860. Der Torschütze sah anschließend wegen Unsportlichkeit und Meckerns Gelb-Rot. Auch Rodrigo Costa (Gelb-Rot) musste vor dem Schlusspfiff gehen. Was hier gelaufen ist, schreit zum Himmel. Das war ein Skandal. Der Schiedsrichter hat zu neunzig Prozent gegen uns gepfiffen, beschimpfte FCS-Coach Horst Ehrmanntraut den Unparteiischen Mike Pickel aus Mendig.
Die in Abwehr starken, aber in der Offensive desolaten Kölner Geißböcke schlichen vor 10 680 Besuchern in Ahlen erstmals nach fünf Spielen wieder als Verlierer vom Platz. Nach dem umstrittenen Platzverweis des Griechen Kostas Konstandinidis (52.) spielte der FC in Unterzahl und erhielt durch den Treffer von Christian Mikolajczak (71.), der einen Eckstoß direkt verwandelte, die Quittung für seine passive Spielweise.
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