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Skibbe kontert Bierhoff-Attacke | 2005-04-18


Frankfurt/Main - Zwischen dem für die Junioren-Koordination beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zuständigen Michael Skibbe und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff ist ein öffentlicher Streit entfacht.

Nachdem Bierhoff kürzlich vom Konfliktfeld Skibbe gesprochen und mangelnde Konzepte angemahnt hatte, schlug der U-20-Coach nun zurück und meinte, dass Bierhoff völlig daneben läge. Seine Vorwürfe sind absolut nicht nachvollziehbar, sagte Skibbe in einem Interview mit dem Fachmagazin Kicker.

Der ehemalige Bundestrainer sprach sich zudem deutlich gegen eine von der aktuellen Nationalmannschafts-Führung beabsichtigte Verpflichtung von Berti Vogts als Technischer Direktor aus. Wir sind mit der Position des Koordinators und dort mit meiner Person gut aufgestellt. Der DFB ist gut beraten, die eingeschlagene Konzeption, die in sich absolut stimmig ist, weiterzuführen, sagte Skibbe, der bereits klargestellt hatte, nicht unter Vogts arbeiten zu wollen. Seit dem Sommer 2000 ist Skibbe, der mit der U 20 bei der WM im Sommer in den Niederlanden den Titel anstrebt, für die Belange des Nachwuchses verantwortlich. Sein Vertrag läuft bis 2006.

Die Frage ist: Wie kann man dieses Konfliktfeld Michael Skibbe lösen. Denn er wäre einem Technischen Direktor unterstellt, hatte Bierhoff im März im Zusammenhang mit einer möglichen Vogts-Verpflichtung gesagt. Zudem hatte der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän moniert, dass in der Vergangenheit im Nachwuchsbereich jeder sein eigenes Süppchen gekocht hätte. Bei den von Skibbe und weiteren Junioren-Trainern hervorgehobenen Übereinstimmungen mit den Konzepten der Nationalmannschafts-Führung dränge sich der Eindruck auf, dass da jetzt etwas abgekupfert wurde, so Bierhoff.

Da begibt sich Oliver Bierhoff auf sehr dünnes Eis, denn im Nachwuchsbereich scheint er sich nicht genügend auszukennen, konterte Skibbe den Angriff. Seit Jahren werde eine Spielphilosophie in allen Mannschaften forciert. Dies sei auf der DFB-Homepage unter dem Punkt Einheitliche Spiel- und Trainingsauffassung im Talentförderprogramm auch bereits im Groben seit längerem nachzulesen. Eine detailliertere Schilderung findet sich sich beispielsweise in einer Verbandspublikation vom September 2002.

Auch Bierhoffs Vorwurf, es gebe außer U-21-Nationalspieler Christian Pander (FC Schalke 04) keinen Linksverteidiger, versuchte Skibbe zu entkräften. Es gibt selbst junge A-Nationalspieler, die ihm (Bierhoff) eigentlich geläufig sein müssten, meinte er und nannte neben Philip Lahm (VfB Stuttgart) fünf weitere Spieler. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen, meinte der U-20-Trainer. Es sieht danach aus, dass nicht im Sinne der Sache gehandelt wird, meinte Skibbe. Ihm sei nicht klar, warum ausgerechnet von Seiten der A-Nationalmannschaft Kritik kommt. Eine weitere Zusammenarbeit mit Klinsmann über 2006 hinaus könne er sich allerdings vorbehaltlos vorstellen.


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