Köln - Fußballtrainer Huub Stevens kehrt dem designierten Bundesligaaufsteiger 1. FC Köln nach nur einem Jahr den Rücken. Meine private Situation hat sich verschlimmert, sagte der Niederländer kurz und knapp in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz in Köln.
Damit bestätigte er Spekulationen über eine Rückkehr in die Heimat wegen seiner erkrankten Ehefrau. Der 51 Jahre alte Niederländer dementierte, dass er bei einem anderen Club einen Vertrag unterschrieben hat. Dann würde ich keine privaten Gründe angeben, sagte der Coach, der mit seinem früheren Verein Roda Kerkrade in Verbindung gebracht wurde.
Stevens war erst im vergangenen Sommer an den Rhein gewechselt und hatte in Köln einen Einjahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr im Falle des Aufstiegs unterschrieben. Diese ursprünglich getroffene Vereinbarung ist somit hinfällig. Der Coach, der den Club auf die Aufstiegsplätze in der zweiten Liga führte, wird am 22. Mai im Heimspiel gegen den MSV Duisburg letztmals auf der Bank sitzen.
Clubchef Overath bedauerte die Entscheidung seines Trainers. Wir wollten gerne mit ihm weiter arbeiten, sagte der Kölner Präsident, der noch keinen Nachfolger für Stevens präsentieren konnte. Ab sofort werden wir uns auf die Suche nach einem guten Trainer machen, sagte Overath. Der bereits häufig mit dem Club in Verbindung gebrachte Uwe Rapolder von Arminia Bielefeld dementierte einen Wechsel an den Rhein. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich in Bielefeld bleibe, liegt bei 98 Prozent, sagte Rapolder in einem Interview der Westfälischen Rundschau.
Auch Christoph Daum, dessen Name im Umfeld des Clubs immer wieder genannt wird, hatte ein zukünftiges Engagement in Köln bestritten. Overath bestätigte aber, dass ein Trainer Daum beim 1. FC Köln immer ein Thema sei. Der Clubchef betonte aber auch: Das können wir im Moment nicht realisieren. Daum hatte von 1986 bis 1990 bereits beim 1. FC Köln als Chefcoach gearbeitet.
Stevens war nach Trainerstationen beim FC Schalke 04 und Hertha BSC im vergangenen Sommer als Nachfolger von Marcel Koller zum FC gewechselt. Overath hatte den Niederländer in seiner ersten Amtshandlung als Präsident des Traditionsclub überraschend als neuen Coach vorgestellt, um mit dem prominenten Fußball-Lehrer schnell in die Bundesliga zurückzukehren. In den letzten Wochen hatten sich die Spekulationen um einen vorzeitigen Rückzug von Stevens verdichtet. Der Niederländer hatte ein klares Bekenntnis zum Verbleiben in der Domstadt stets verweigert, in der Hoffnung, dass sich die private Situation verbessern würde.
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