Osnabrück - 45 Tage vor dem Beginn der EM in England sind die deutschen Fußballerinnen noch auf der Suche nach ihrer Bestform. Das Weltmeister-Team von Bundestrainerin Tina Theune-Meyer kam in Osnabrück im vorletzten EM-Test gegen Kanada erst spät zu einem 3:1 (1:1)-Erfolg.
Vor 6825 Zuschauern in der osnatel-Arena gingen die Kanadierinnen durch Amber Allen (14.) in Führung, ehe Sonja Fuss (45.) noch vor der Pause mit einem Glücksschuss ausgleichen konnte. Den letztlich verdienten Sieg gegen den WM-Vierten stellten Birgit Prinz (79.) und Inka Grings (85.) sicher. Schon am 24. April treffen die beiden Mannschaften in Hildesheim erneut aufeinander.
Im Mittelpunkt des deutschen Teams stand wieder einmal Birgit Prinz, die mit ihrem 83. Länderspieltor den Rekord von Heidi Mohr einstellte. Das ist eine schöne Zahl. Aber richtig entscheidend ist sie nicht, wehrte die Weltfußballerin alle Glückwünsche ab. Für mich zählt nur die Mannschaft.
Ihre Trainerin Theune-Meyer war nach dem mühevollen Spielbeginn am Ende noch hoch zufrieden, wenn man ein paar Abstriche im Spielaufbau und in der Chancenauswertung macht. In der zweiten Halbzeit habe ihr Team noch einige hundertprozentige Möglichkeiten ausgelassen. Bis zur EM müssen wir noch an der Ballsicherheit arbeiten und souveräner auftreten, forderte sie.
Theune-Meyer probierte gegen das vom Norweger Even Pellerud trainierte Team aus Nordamerika überraschend auf der rechten Abwehrseite Fuss für die leicht angeschlagene Kerstin Stegemann aus. Links verteidigte Sandra Minnert. Weltfußballerin Prinz sollte aus dem offensiven Mittelfeld heraus hinter der einzigen Stürmerin Sandra Smisek die Akzente setzen. Kerstin Garefrekes (rechts) und Conny Pohlers (links) sollten für Druck über die Flügel sorgen.
Den ersten Distanzschuss gab Smisek nach 10 Minuten ab, kurz danach prüfte Prinz die kanadische Torfrau Taryn Swiatek. Trotz größerer Spielanteile geriet der Weltmeister praktisch im Gegenzug unglücklich in Rückstand. Allen (14.) nutzte einen Abwehrfehler der DFB-Elf und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Bis zur Pause tat sich der fünfmalige Europameister weiter schwer, sich gegen die robusten Gegnerinnen hochkarätige Chancen zu erspielen.
Die größte Möglichkeit vergab Pohlers (39.), die freistehend vor Swiatek zu der im Abseits stehende Prinz passte, statt selbst abzuschließen. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff gelang dann doch noch das 1:1. Sonja Fuss überraschte Kanadas Torhüterin Swiatek mit einem Schrägschuss ins kurze Ecke fast von der Eckfahne aus. Nach dem Wechsel brachte Theune-Meyer in Anja Mittag und Inka Grings, die nach rund 12 Monaten ihre Rückkehr feierte, zwei frische Angreiferinnen. Nachdem Pohlers und Mittag weitere Großchancen vergaben, war es wie so oft Birgit Prinz, die Deutschland auf die Siegerstraße brachte.
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