Tallinn - Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) will den von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gefassten Beschluss zur Talentförderung zumindest teilweise umsetzen.
Dies erklärte DFL-Präsident Werner Hackmann nach dem UEFA-Kongress in Tallinn. Das UEFA-Reformpaket sei im Grundsatz eine gute Sache, meinte Hackmann. Offen ließ er allerdings, ob die vom Dachverband verabschiedeten Maßnahmen für die Europapokal-Wettbewerbe in vollem Umfang und im gleichen Tempo auf die Bundesliga übertragen werden.
Nach Beschluss der UEFA müssen die Vereine in der Champions League und im UEFA-Cup von der Saison 2006/07 an schrittweise selbst ausgebildete Spieler in einen auf 25 Akteure begrenzten Kader einbauen. Im Jahr 2008 soll jeder Verein mindestens acht Spieler vorweisen, die entweder im eigenen Club oder zumindest im eigenen Land ausgebildet wurden.
Beim Kongress hatten die 52 Mitgliedsverbände der UEFA in einer Grundsatzerklärung einstimmig die Bedeutung der Talentförderung hervorgehoben und dabei vor allem die Vereine in die Pflicht genommen. Fußballclubs erfüllen eine wichtige soziale und erzieherische Rolle. In diesem Kontext kommt die Förderung lokaler Talente nicht nur dem Fußball, sondern auch der Gesellschaft als Ganzes zu Gute, heißt es in der Erklärung. Die UEFA erkenne die Tatsache an, dass Geld im heutigen Fußball eine wichtige Rolle spiele. Allerdings sollte der Fußball kein rein finanzieller, sondern vor allem ein sportlicher Wettstreit sein. Jeder Club solle eine gewisse Verantwortung für die Ausbildung übernehmen und nicht ausschließlich Spieler verpflichten, die von anderen Vereinen ausgebildet wurden.