Bochum - Die Zaubermaus nimmt Abschied von der Bühne des Profi-Fußballs. Am 8. September fällt zum letzten Mal der Vorhang für den Dribbelkünstler Dariusz Wosz. Erstmals in der Geschichte des VfL Bochum richtet der Club ein Abschiedsspiel für einen ehemaligen Spieler aus.
Zum Ausklang der Profi-Karriere begrüßt der 17-malige Nationalspieler viele Weggefährten aus fast zwei Jahrzehnten zum Anstoß im Bochumer Stadion. Dem VfL ist der inzwischen 38-Jährige mit Unterbrechung 13 Jahre lang treu geblieben. Mit denen, die kommen, habe ich sehr, sehr gerne Fußball gespielt, sagte Wosz. Zu den Gästen zählen Welt- und Europameister Thomas Häßler, der dreifache Bundesliga-Torschützenkönig Ulf Kirsten, Ex-Nationalspieler Jörg Heinrich, Hertha-Keeper Christian Fiedler und natürlich viele ehemalige Bochumer Mitspieler.
Der VfL dankt mit der bislang einmaligen Geste seinem langjährigen Kapitän. In seiner Profizeit erlebte der Mittelfeldspieler, der wegen seiner Körpergröße von nur 1,68 Metern und seinen Dribbelkünsten Zaubermaus genannt wird, alle Höhen und Tiefen des Revierclubs mit. Ich habe viele wunderbare Jahre in Bochum erlebt und fühle mich als Bochumer Junge, sagte der gebürtige Pole, der seine Kindheit und Jugend in Halle an der Saale in der damaligen DDR verbrachte. Als 21-Jähriger kam er 1990 vom Halleschen FC ins Ruhrgebiet. Zwei Mal führte der Spielmacher den VfL in den UEFA-Cup (1997 und 2004) und verhalf dem Club nach vier Abstiegen zum sofortigen Wideraufstieg.
Seine größten sportlichen Erfolge erlebte Wosz allerdings bei Hertha BSC. Von 1998 bis 2001 spielte er in Berlin, wo er gleich in seiner ersten Saison bis in die Champions League aufstieg und dort 1999 im wichtigen Spiel um den Einzug in die Zwischenrunde das Siegtor gegen den AC Mailand erzielte. Als er im dritten Jahr unter dem damaligen Trainer Jürgen Röber kaum noch zu Einsätzen kam, kehrte Wosz freiwillig zum damaligen Zweitligisten Bochum zurück. Einen Titel holte er in seinen insgesamt 324 Bundesliga- (39 Tore), 129 Zweitliga- (18 Tore) und 23 Europapokal-Partien (3 Tore) nie.
Immerhin war Wosz einer der wenigen Fußballer, die für beide deutsche Nationalmannschaften spielten: Sieben Einsätze für die DDR und 17 Spiele für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Sein einziges Länderspieltor erzielte er bei seinem DFB-Debüt im Februar 1997, als er das Siegtor zum 1:0-Erfolg in Israel schoss.
Auch nach dem Ende seiner Profi-Karriere bleibt kaum Zeit zum Ausruhen. Wosz arbeitet an seiner Fußballlehrer-Lizenz und ist bereits als Co-Trainer für die Bochumer U 19-Mannschaft tätig. Wenn es der Terminkalender zulässt, will er künftig im Trikot des Bochumer Bezirksligaclubs Union Bergen zum Dribbling ansetzen.
Das Karriereende von Wosz hatte sich in den vergangenen beiden Jahren abgezeichnet. Als Standby-Profi kam er nur noch selten zum Einsatz. In der vergangenen Saison sogar nur ein Mal. Am 34. Spieltag erzielte er beim 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach auch sein letztes Tor.
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