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Felix Magath: vom Quälix zum Traumtrainer | 2005-04-30


München - Einst bezeichnete man ihn wenig schmeichelhaft als Quälix, jetzt darf er sich Meistermacher nennen: Trainer Felix Magath hat Wort gehalten und gleich in seinem ersten Jahr den FC Bayern München zum Gewinn der 19. deutschen Meisterschaft geführt.

Wir wollen Titel holen, je mehr, desto besser, hatte Magath bei seinem Amtsantritt im Sommer 2004 verkündet und dabei wohl vor allem von sich selbst gesprochen.

Nach Jahren in den Fußball-Niederungen beim 1. FC Nürnberg, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt sowie der mühsamen Aufbauarbeit beim VfB Stuttgart wollte der einstige Weltklassespieler endlich auch als Trainer ganz nach oben und seinen großen Ehrgeiz befriedigen. Ich will auch mal auf einer anderen Höhe leben, sagte Magath.

Der Weg zu seinem ersten Titel als Trainer war jedoch nicht leicht. In München eckte Magath zunächst mächtig an. Die Münchner Medien verstanden seine feinsinnige, mit ironischen Untertönen gespickte Art oft nicht. Und noch schlimmer: Die unter dem allseits geschätzten und lange erfolgreichen Vorgänger Ottmar Hitzfeld offenbar verwöhnten Profis beschwerten sich schnell über das harte Training.

Ungewohnt früh ließ Magath seine Spieler zu den Übungen mit den gefürchteten Medizinbällen antreten, legte den Trainingsplan nicht eine Woche im Voraus fest und scheuchte sie auch noch im Dauerlauf einen Münchner Hausberg hinauf. Beide Seiten mussten sich erst aneinander gewöhnen, sagte Manager Uli Hoeneß, der in dieser Zeit oft als Schlichter und auch als Ratgeber für Magath gefragt war.

Von der Führungsetage des Rekordmeisters um Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erhielt Magath stets Rückendeckung. Selbst Präsident Franz Beckenbauer hielt sich weitgehend zurück, als der Saisonstart stotternd verlief. Als Grund für diese Form der Loyalität durch die Vorgesetzten verriet Magath nun eine eitle Selbsteinschätzung: Ich bin immer der Traumtrainer für einen Fußballklub. Ich bin halt so, ich bin ein Diener des Vereins, sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Geht es nach Magath, will er noch lange dem FC Bayern dienen. Sein Vertrag läuft noch bis 2007, doch den würde der sechsfache Vater gerne verlängern. Weitere Titel, wie der DFB-Pokalsieg im Finale gegen den FC Schalke 04 in vier Wochen, sind das Ziel. Über allem steht für den Marathon-Läufer und leidenschaftlichen Schachspieler aber der erhoffte Gewinn der Champions League. Noch immer hat er das aus seiner Sicht unglückliche Ausscheiden gegen Chelsea London nicht verkraftet und arbeitet schon auf den nächsten Anlauf in der kommenden Saison hin. Das wurmt mich, denn wir hätten in diesem Jahr das Zeug gehabt, den Pokal zu gewinnen.

1983 hatte Magath das Siegtor für den Hamburger SV im Finale um den Landesmeister-Pokal gegen Juventus Turin erzielt und damit seine Karriere als Spieler gekrönt. Zudem stehen für ihn mit dem HSV drei deutsche Meistertitel, der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1977 sowie mit der deutschen Nationalelf der EM-Titel 1980 und die Vizeweltmeisterschaften 1982 und 1986 als Erfolge zu Buche.


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