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Bayern starten Party-Marathon | 2005-05-01


München - Nach dem vorzeitigen Gewinn der 19. deutschen Meisterschaft durch das 4:0 (2:0) beim 1. FC Kaiserslautern startete der FC Bayern München einen Party-Marathon, der erst in vier Wochen mit dem erhofften Gewinn des DFB-Pokals enden soll.

Trainer Felix Magath erhielt einige kräftige Weißbierduschen, die Spieler tanzten ausgelassen über den Rasen und die Fans versanken in rot-weißer Glückseligkeit. Ich bin stolz auf die Mannschaft und freue mich riesig über die Meisterschaft, sagte der völlig durchnässte Magath nach seinem ersten Titel als Trainer und kündigte weitere Erfolge an: Ich will möglichst viele Titel mit den Bayern holen und hoffe, dass mit dem Pokalsieg der nächste schon in vier Wochen folgt.

Nach der Landung auf dem Münchner Flughafen gab es allerdings nur einen kleinen Bahnhof durch die Fans, und auch das anschließende Dinner in einem Nobel-Restaurant im Englischen Garten fiel eher gediegen denn euphorisch aus. Bereits kurz vor Mitternacht verabschiedeten sich die meisten Profis, um im privaten Rahmen (Nationalspieler Bastian Schweinsteiger) weiter zu feiern. Die große Fete für Fans und Verein soll am 14. Mai beim letzten Spiel im Olympiastadion gegen den 1. FC Nürnberg folgen.

Dann wird auch die für ein Jahr an Werder Bremen ausgeliehene Meisterschale (Manager Uli Hoeneß) an Kapitän Oliver Kahn übergeben, der in Kaiserslautern wegen einer Daumenverletzung fehlte und erst beim Gala-Essen zur Mannschaft stieß. Ich wäre gerne dabei gewesen, aber es ging nicht. Ich habe im Stillen ein Gläschen getrunken, ich bin sowieso niemand, der in der Öffentlichkeit groß feiert, berichtete Kahn. Immerhin hatte der Torwart die Mannschaftsfete nicht wie vor zwei Jahren verschlafen.

Auch ohne den Nationaltorwart lieferten die Münchner auf dem mit 40 721 Zuschauern ausverkauften Betzenberg ihr Meisterstück ab und machten deutlich, dass sie nach der verkorksten Vorsaison zu Recht wieder die Nummer 1 in Deutschland sind. Während die Konkurrenz aus Schalke beim 3:3 gegen Leverkusen erneut patzte, zelebrierten die Bayern gegen harmlose Rote Teufel die hohe Fußball-Kunst. Wir haben eindrucksvoll bewiesen, dass wir die beste Mannschaft sind, bilanzierte Michael Ballack.

Auch aus der Chefetage gab es nur Lob. Wenn man am 31. Spieltag deutscher Meister wird, dann ist das immer etwas Außergewöhnliches. Und da kann der FC Bayern sehr stolz drauf sein. Es ist ein Titel der auch sehr wichtig für uns ist, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Dabei richtet sich der Blick des Rekordmeisters schon jetzt vor allem auf die Champions League im nächsten Jahr. Ziel ist es, uns nachhaltig in Europa zu etablieren. Wir wollen zu den besten sechs Mannschaften gehören und natürlich wieder Meister werden, formulierte Hoeneß hohe Ansprüche.

Selbst die geschlagene Konkurrenz zog den Hut: Ich gratuliere den Bayern zum erneuten Titelgewinn. Sie haben die Schale zu Recht geholt. Einfach deshalb, weil sie die beste Mannschaft sind. Und in der Bundesliga nach wie vor das Maß aller Dinge, ließ Schalke- Manager Rudi Assauer via Bild am Sonntag ausrichten. Und auch Werder-Manager Klaus Allofs zeigte sich beeindruckt: Wir sind doch noch nicht so nah an den Bayern dran, wie wir das gern hätten. Weil Bayern einfach eine sehr gute Mannschaft hat. Und den riesigen Vorteil, nervlich selbst den allergrößten Belastungen gewachsen zu sein.

Wenn man drei Spieltage vor Schluss mit elf Punkten vorn liegt, ist der Titel mehr als verdient, ergänzte Roy Makaay. Der Niederländer bereitete den Führungstreffer von Ballack (19.) mit einer gekonnten Hackenablage vor und avancierte danach mit drei Toren (35., 48., 68.) zum Mann des Tages. Es war ein super Spiel von mir und besonders schön, weil es das entscheidende für die Meisterschaft war, sagte der Torjäger.

Auf dem Weg zum Titel lief jedoch nicht alles so rund wie in der Saisonschlussphase, als sich das Star-Ensemble als Einheit präsentierte und mit sechs Siegen in Serie die Konkurrenz abschüttelte. Die Mannschaft musste sich erst auf das neue System umstellen und hat sich ständig gesteigert. Nach dem Champions-League- Spiel gegen Ajax Amsterdam habe ich gewusst, dass wir es drin haben. Das war für mich der Knackpunkt, blickte Magath nach seinem Premierentitel auf den turbulenten Beginn seiner Arbeit zurück, als er heftige Kritik einstecken musste.

Mit 62 Toren stellen die Bayern nach 31 Spieltagen den besten Angriff und haben mit 27 Gegentreffern auch die beste Abwehr. Das Team ist körperlich in einer Top-Verfassung und harmoniert, egal wen Magath aufstellt. Ich bin zuversichtlich, dass wir im nächsten Jahr noch besser abschneiden. Wir haben noch Potenzial, machte Magath der nationalen Konkurrenz wenig Hoffnungen für die Zukunft.


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